…eben noch am Hammerwand-Kreuz…

Die umliegenden Berge sind ja ganz nett, aber inzwischen finde ich die Aussicht auf Hütten-Bewirtung viel reizvoller. Ich lasse also das Kreuz hinter mir und wundere mich: sind das wirklich nur 55 Höhenmeter bis zum eigentlichen Gipfel? Kommt mir steiler, länger und weiter vor… Dennoch halte ich das Tempo hoch, schließlich liebe ich solche felsigen Abschnitte, die halb geklettert und halb erwandert werden.

Despite the mountain view, I am now fully focused on food, drinks and all that a good mountain chalet can offer. On my way up to the peak, I wonder: is this only 55m altitude difference? I could swear that it is much more… However, I keep a sporty pace, due to the delightful rocky path. It is in between an easy climb and a rough hike, hence: just as I like it best.

…schon schön hier, wenn’s nur nicht so anstrengend wäre…

Am höchsten Punkt schieße ich noch ein Foto, dann trete ich den Abstieg an. Normalerweise gilt: bergauf ist anstrengend, bergab hilft die Gravitation (Gravitation kann ich!!). Heute ist es jedoch nicht ganz so einfach. Meine Beine fühlen sich zittrig an, jeder Meter ist mühsam, und der Wald findet kein Ende.

One last picture at the summit, then I begin the descent. I expect it to be easy, with gravity on my side, but today breaks the rule. My legs are a bit shaky and every inch takes an effort. Surrounded by forest, I can only guess how far it is until I can settle down for a coffee…

…das Waldstück zieht sich

Wie im Tunnel arbeite ich mich voran. Mein ganzer Fokus liegt auf trittsicheren Schritten und der Überlegung, wie lange ich noch bis zur Tschafonhütte brauchen werde. Vielleicht sind die 1.000 Höhenmeter mit 5-6 Stunden Gehzeit doch zu viel für die wenige Bergluft, die ich in den letzten Monaten geschnuppert habe. Andererseits: Durststrecken durchstehen gehört bei sportlicher Action gelegentlich dazu. Ich habe zwar erstaunlich müde Beine und mir ist ein wenig flau im Magen, aber ich setze routiniert einen Fuß vor den anderen. Kurzer Selbst-Check: Alles im grünen Bereich, keine Notwendigkeit, anderen Wanderern aufzulauern und Hilfe zu erbitten. Das ginge nämlich auch, ohne Zacken-aus-der-Krone-brechen.

The rush of the ascent takes it’s told. It takes my full concentration to place each footstep properly, so at least it spares me from doubts about today’s tour. Maybe a higher frequency of hikes would ease it significantly? Still, I am sort of fine: I may feel out of my comfort zone, but it is not much of a risk. The paths down here are not risky, I am not isolated in the wilderness and if it takes me a bit longer, so be it.

an option, but I aim for a more luxury version (with food, service and coffee)

Zwischen Hammerwand und Tschafon stehen drei Bänke entlang des Wegs. Ist aber irgendwie albern, sich hier niederzulassen, wenn mich doch jeder Schritt näher an die Speisekarte und heißen Kaffee bringt. Zum Runterzählen (wie weit noch?) sind sie aber praktisch.

The benches along the way count down the remaining distance: When passing by the third bench, I am positive that I have less than thirty minutes to go. Great impact on my mood!

great to be here

Nach dem (völlig überflüssigen) zweiten Gegenanstieg erreiche ich endlich die Tschafonhütte und suche mir einen sonnigen Platz. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: Minestrone, Kaffee, sympathischen Service und jede Menge Bergblick. Als ich eine Stunde später die letzte Etappe meiner Bergtour antrete, fühle ich mich wie neu: mit Leichtigkeit und Wonne schwebe ich bergab, aber vielleicht steigt mir auch nur die Höhenluft zu Kopf.

Once I am done with the unsolicited ascent between Hammerwand and Tschafon, the chalet comes in sight. I expect nothing less than a full re-set of my fitness, and this time, it all works out as planned. It is amazing how an hour of relaxation, warm food and coffee can turn you into a hiking machine.

10 aus 10

Während ich noch überlege, ob ich die Rosengarten-Gruppe oder Latemar beeindruckender finde, komme ich mit einem italienischen Wanderpaar ins Gespräch. Wie unterhalten uns angeregt, und ich freue mich, mein Italienisch etwas zu entstauben. Dank des gemächlichen Tempos, das die beiden vorgeben, spüre ich bei Ankunft im Tal weiterhin nichts als Kraft, Muskeln und Leichtsinn.

The views on Rosengarten group and the walls of Latemar accompany me during the last section of the tour. Even more entertaining is the encounter with an Italian couple. Our vivid chat slows me down, which is great for my knees. Much too often, they suffer from high-speed-descents and appreciate the relaxed promenade – even more, as it trains my brain cells, doing my best to polish my rusty language skills.

Während der Busfahrt zum Campingplatz wirkt die Umgebung plötzlich wieder sanft und lieblich, keine Spur mehr von Felsgraten und Monsterbergen.

The shifted perspective from the local bus comes down to “Heidi-Land”. Suddenly, the rough and steep parts have vanished, replaced by lovely hills.

Sanfte Hügel statt schroffer Felsen

Vielleicht komme ich eines Tages wieder und gehe dann eine andere Super-Bergtour rund um Schlern, Rosengarten und Latemar. Zur Dämmerung betrachte ich glücklich die zackigen Bergspitzen und schlafe durch bis zum verregneten Sonntagmorgen. Exzellentes Timing!, denkt sich Hector, und fährt zurück in den Münchner Herbst.

One day, I might come back for other sensational tours in the mountains of Schlern, Rosengarten and Latemar. Today, the crimson sunset tells me about the upcoming weather change. Good to be here on Hector’s wheels, ready to roll when the rains sets in.

1.000m altitude diff.12 km5:30halmost challenging
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