Holiday on a Wednesday Evening

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While all protagonists are busy not preparing the upcoming holidays, the summer is just too good to be ignored.

Hence, every now and then I hop on Hector and go for some hidden lake. Nothing fancy, but just appropriate for little escapes on a Wednesday evening.

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The night is all about counting shooting stars (one), discussing world’s peace with the friend who came along and several dives into the lake.

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Isn’t it perfect to start the day fresh in clear water, only few metres away from the bedroom door?

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Ready for Work

The upcoming working day is a bright one – and Hector once more king of the camping girls!

Little Escapes: Schliersee

Good news: Friends M. + C. and their blue Ford Nugget are down in Bavaria for a camping weekend.

Bad news: Hector is too chubby for the places located directly at the shoreline of Camping Lido. Consequently, my van with a view is limited to the backside of the sanitary house and camping neighbours around.

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Camping Lido / Schliersee (Hector included)

Well, who needs a luxury home when you can spend time at your friends’ place? MC Nugget has a private grassy beach of approximately one square meter and a bottle of sparkling wine in the fridge. With the sun hanging high above the foothills of the Alps and ourselves being pretty good camper nixies, we are at ease with camping, life and everything.

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After a summer-in-the-lake afternoon we get a bit disappointed by Sunday’s rain. However, with little correction in today’s agenda we use the wet summer day for the Markus Wasmeier Freilichtmuseum. Even though our slim knowledge of historical farm houses could be fed with some further explanations, we enjoy lingering around. At least we do learn some important facts: They really know how to make good “Auszogne” (building No. 23 / Behamhof) and my new hiking shoes are 100% water resistant.

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Lovely old buildings at Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Later that day we get surprised by the camp site’s restaurant. Whatever they call it here (mostly “Gastro”), we call it pretty good food! This has nothing to do with the leak snacks they serve at other campings and is even better than the typical Bavarian plates we had at the “Terofal” restaurant just the other day.

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View from the camp site into Bavaria

Having spent two nights at Camping Lido for 43,- EUR, Hector has become familiar with the landscape, the farming and the local highlights. It is only after a final cuddle with local cows that he is willing to leave the Schliersee behind.

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Making friends

P.S.: Die Preise am Camping Lido sind nicht das erwartete Schnäppchen, aber der Platz ist nett geführt und bietet (mit Bulli, Glück oder Nebensaison) tolle Stellplätze direkt am See. Fakten: Ortszentrum in Laufweite, Sanitär ok und die Landschaft über jeden Zweifel erhaben.

P.P.S.: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlichte Ende Mai 2017 ein Special über Camping und erwähnte dabei u.a. den Caravanpark Sexten: „Dort kann man […] sich im Spa eine Silberquarzit-Urinsteinmassage verpassen lassen.“ Aaaarggh…! Nochmal gelesen: es ist von einer Silberquarzit-Ursteinmassage die Rede. Uff. Soviel Wellness bietet der Schliersee-Campingplatz nicht, aber das war auch nicht der Anspruch.

 

Alltagsfluchten 2016: Berchtesgadener Land

Das letzte Sommerwochenende fällt dieses Jahr auf den 1. Oktober. Da der Große Ahornboden Campern die kalte Schulter zeigt, fährt Hector in die entgegengesetzte Richtung. Dass ein Bus so dermaßen empfindlich sein kann…!

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Berchtesgadener Land

Bereits die Anfahrt über Schneitzelreuth gibt sich dramatisch: Straßen und Wildbäche winden sich durch düstere Berghänge und enge Schluchten. Ob ich hier mitten im Herbst noch genug Sonne abkriege? Ich bin nicht allzu erpicht darauf, mir meine Freizeitaussichten von parzellierten Hecken und schroffem Fels verschatten zu lassen.

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Am Hintersee

Kurze Zeit später wird alles gut. Der Campingplatz Simonhof in Ramsau / Berchtesgadener Land ist ganz nach meinem Geschmack. Die vorderen Plätze sind akkurat in Reih und Glied, doch weiter hinten öffnet sich das Areal und mündet in eine offene Wiese. Keine Hecken, keine Platz-Parzellen und keine Dauercamper trüben hier das Bild. Zelte und kleinere Camper stehen kreuz und quer im saftigen Gras und teilen sich den zentralen Stromanschluss.

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Am Camping Simonhof

Jetzt noch das Mountainbike ausladen (15 sek.) und frühstücken (30 min.) und schon kann es losgehen. Ramsau und der Hintersee liegen 300 Höhenmeter unterhalb des Campingplatzes, was für den Hinweg kein Problem ist.

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Hintersee, Zauberwald und Watzmann

Fast schon penetrant ist das Bayerische Bergidyll. Schnörkelige Holzhäuser, malerische Landschaft und dann auch das noch: bimmelnde Kühe und Tracht-tragende Hirten kreuzen meinen Weg. Zum Glück durchbricht das Eis-Schlecken der Burschen die Kitschkulisse, es wäre sonst kaum auszuhalten.

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Irgendwo müssen die Klischees ja herkommen

Zwischen Watzmann, Hochkalter und Reiteralpe ist die Postkarte kaum zu überbieten. Der Hintersee liegt flach in der Herbstsonne, gesäumt von Ausflugslokalen einerseits und dem Zauberwald andererseits.

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Blick auf den Hochkalter

Unterhalb des Sees verteilen sich rechts und links des Bachlaufs die Häuser von Ramsau. Der Blick vom Malerwinkel über die Kirche hinweg zur Reiteralpe ist berühmt und wurde von etlichen Malern des 19. Jahrhunderts auf Leinwand gebannt. Mir selbst reicht ein schnödes Foto. Geht auch schneller.

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St. Sebastian in Ramsau

Zurück zum Hintersee fahre ich durch den Zauberwald, der sich wie zu Hause anfühlt. Die Gegend hier strotzt nur so vor Höhenmetern und es dauert nicht lange, bis ich ein kleines Stückchen schiebe statt fahre. Hat zum Glück keiner gesehen, Anfang Oktober sind die Touristenmassen überschaubar. Für die hiesigen Berge empfehlen sich eher Wanderschuhe als ein Mountainbike, dann muss man auch nicht schieben.

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Kalvarienberg

Der Rest des Tages ist der Erkundung des Ortes, der näheren Umgebung und der Kulinarik gewidmet. Spätestens am Abend ist das Fahrrad das Transportmittel der Wahl um den Radius der erreichbaren Gasthäuser deutlich zu erweitern. Bevor ich mich aufschwinge zum Wachterl an der Schwarzbachwacht (beste Leberknödelsuppe in Südeuropa) zeigt sich der Watzmann in der Abendsonne von seiner besten Seite.

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Links im Bild: Der Watzmann

Der Campingplatz hat neben seinen futschneuen schicken Sanitärräumen einen Aufenthaltsraum, den die meisten Camper für ein teures Restaurant halten und folglich nicht betreten. Für mich ist es heute eine bequeme Alternative zum Bus-Sofa. Ich lese noch ein Stündchen und breche gerade auf, als eine 5-köpfige Zelt-Gruppe über die gut ausgestattete Kochnische herfällt.

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Fazit: 90 Minuten Entfernung, 18,80 EUR Campinggebühr und 24 Stunden Spätsommerwetter reichen Hector für einen Mini-Urlaub. Vielleicht geht es beim nächsten Mal ein Tal weiter bis zum Königssee – allerdings ist es unwahrscheinlich, dass dort in prominenter Lage ähnlich entspannte Wohlfühl-Campingplätze liegen wie der Simonhof.

Alltagsfluchten 2016: Garmisch und die Höllentalklamm

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Garmisch, schon wieder?! Es hilft ja nichts, hohe Berge, gute Infrastruktur und die Nähe zu München machen es zu einem begehrten Ziel. Ich bin neugierig darauf, meine bisher dritte Campingvariante auszuprobieren: den Stellplatz am Wank.

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Stellplatz am Wank

An der Wank-Seilbahn sind zwei Reihen des Asphalt-Parkplatzes Reisemobilen vorbehalten und für Anfang September ist unerwartet viel los. Ich suche mir einen Platz in der unteren Reihe aus und parke gekonnt rückwärts ein. Bei der Anmeldung im Hütterl zahle ich 13,- EUR (inkl. 2,- EUR Kurtaxe) beim netten Platzwart und werfe anschließend noch 2,- EUR für Strom in das Metallkästchen neben der Durchgangstreppe – voilà, wir sind angekommen.

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Im Michael-Ende-Kurpark

Den Sommernachmittag nutze ich für einen Bummel durch Garmisch und den Michael-Ende-Kurpark mit seinen märchenhaften Figuren. Am besten gefällt mir der Steinbeißer-Brotzeit-Stein und prompt bekomme ich Hunger. Leider hat der legendäre Kaiserschmarrn beim Steyrer Sepp etwas nachgelassen, aber dafür sitze ich gemütlich allein in der Wirtschaft und genieße Kalorien und Nichts-tun.

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Irgendwo in Garmisch-Partenkirchen

Der Wank-Stellplatz ist erfreulich nah an der Stadtmitte, selbst mit dem billigsten aller bergauf-bremsenden Klappräder ist der Heimweg zum Bus nur ein Katzensprung. Die Ausstattung am Stellplatz geht völlig in Ordnung: die Toiletten der Bergbahn sind rund um die Uhr für Camper verfügbar und für 1,- EUR gibt es sogar warme Duschen. Der Sonnenuntergang am Abend ist dank der hohen Berge rundum fantastisch und die Kuhglocken von der nahen Weide vervollständigen das Bergidyll.

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Hectors Grundausstattung ist so umfangreich, dass ich jetzt mit Beleuchtung und Musik per Skateboard über die Slackline fahren und nebenbei aus einem Architekturbuch vorlesen könnte. Für heute lasse ich es jedoch gut sein und kuschle mich statt dessen frühzeitig in mein Himmelbett. Ein letzter Blick durch die Dachfenster zu Berggipfeln und Sternen und schon bin ich eingeschlafen.

Noch vor Sonnenaufgang bin ich wach und genieße ausgiebig Kaffee und Frühstück, bevor ich um Punkt 7:00 Uhr abgeholt werde: Oliver hat uns eine besonders klamme Wander-Tour ausgesucht und so laufen wir kurz darauf durch das verschlafene Hammersbach.

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Morgens in Hammersbach

Die erste Stunde führt der Weg entspannt bergauf bis die Felswände greifbar nah werden. Laut Oliver biegen wir in Kürze rechts ab, aber da wo er hinzeigt ist nur Felswand zu sehen. Ich beschließe heimlich, mich gönnerhaft zu zeigen, wenn der Weg an eben dieser Bergwand endet.

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Doch kurz darauf wird es skurril: Zunächst steht mitten in der Bergwelt ein kleiner Kiosk, dann folgt eine Brücke und Wegweiser zur Höllentalklamm. Kurz darauf passieren wir ein Kontrollhäusl und die Blondine der Wandergruppe hat natürlich ihren DAV-Ausweis im Bus liegen lassen… Für 4,- EUR pro Nase (1,- mit DAV-Ausweis) betreten wir die Schlucht, dank der unser Weg tatsächlich mitten in die Berge führt. Der Blick ist bereits auf den ersten Metern fantastisch.

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…und dann öffnet sich der Berg und gibt einen schmalen Weg frei: die Höllentalklamm

Wir sind so früh dran, dass wir die Klamm für uns allein haben. Angesichts der engen Wege ist das ein unschätzbarer Vorteil! Noch dazu läuft einem meistens niemand ins Bild, mal abgesehen von wertvollen Bergwanderfreunden.

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Highlights: eisblaues Wasser, tiefer Einschnitt im Berg und derjenige, der uns hierher gebracht hat

Die Höllentalklamm ist sensationell schön. Die Farben, die Größenordnungen, der Blick nach unten und nach oben, die Ruinen des Elektrizitätswerks, die abgestürzten Bäume und das wilde Rauschen des Wassers.

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Die Regenjacke ist das beste Accessoire des Tages, denn alldieweil tropft es in den Stollengängen, das Wasser scheint überall aus dem Berg zu kommen.

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Wir lassen uns Zeit und brauchen eine Stunde, um die Klamm entlang bis zu ihrem oberen Ende zu bewältigen. Bevor das weite Tal die Felswände zurück drängt sehen wir über uns einen schmalen Steg, der in schwindelerregender Höhe die Klamm quert: eine Alternativroute, die sicher gut für Menschen mit Höhenangst bzw. deren Überwindung ist.

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Plötzlich weitet sich das Tal und gibt den Blick frei auf die Zugspitze und den Waxenstein. So dicht, wie die Felswände vorher waren, so weit öffnet sich jetzt das Bergpanorama. Erst in der Höllentalangerhütte treten wir wieder ein in die Zivilisation. Die Hütte wurde 2015 neu eröffnet, nachdem die alte abgerissen und eine neue in zehnfacher Größe gebaut wurde. Trotz aller Kritik ist sie gelungen: Klare Formen, weitläufiger Platz und Blick auf die Hauptroute für Zugspitzbezwinger.

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Nach einer deftigen Brotzeit lassen wir die Zugspitze rechts liegen und steigen auf zu den Knappenhäusern. Zu meiner Überraschung sind sie privat bewohnt. Weitab von jedem fahrbaren Weg, mindestens eine Stunde entfernt von anderen Berghütten und mit Blick auf Garmisch ist das einer der speziellsten Wohnorte, die man sich nur denken kann. Der Wanderweg führt zwischen den Gebäuden hindurch und teilt sich später a) zur Alpspitze und b) zum Kreuzeck.

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Knappenhäuser am Berg

Die Alpspitze mit ihrer freischwebenden Aussichtsplattform hebe ich mir für nächstes Jahr auf. Heute zieht es uns zum Kreuzeck und ich sehe meine Lieblings-Skipisten in sattem Grün vor mir liegen. Vorbei am alten 2er-Sessellift wandern wir gemütlich bis zur Kreuz-Alm, die ich noch als kleine alte Hütte kenne. Doch das ist lang her, mindestens ein Jahr. Inzwischen hat ein Neubau die alte Hütte verschluckt: gekonnt wurde um das alte Haus herum ein deutlich größeres errichtet. Sehr gelungen, übrigens. Die Hütte lockt innen mit alpiner Gemütlichkeit und Kachelofen, außen heizen sich die Holzbänke entlang der Wände mit Alpensonne auf und laden ein zu Speis, Trank und Ausblick.

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Obwohl wir 1.600 m > NN sind hält uns die Erdanziehungskraft über eine Stunde fest. Der Kaiserschmarrn ist so gut, dass wir uns beinahe mit den Gabeln beharken und feierlich übereinkommen, dass wir nächstes Mal gleich zwei Portionen bestellen.

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Die aufziehenden Wolken sind mir ein willkommener Vorwand, den Weg ins Tal zu gondeln statt zu wandern. Wäre ja auch unwirtschaftlich, die kostbaren Hütten-Kalorien direkt wieder zu verbrennen.

Die Tour war spitze und ich frage mich, warum das Kalenderjahr eigentlich so wenig Wochenenden hat – da liegt doch ein Systemfehler vor…

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Escapes 2016 (2): Zugspitze / Eibsee

Hector’s charm is irresistible: more and more of my friends buy camper vans and discover camping being their ultimate way of travelling.

The first one that took a glance at my wonderful van and immediately bought one on his own now booked neighbouring places for a weekend at the Camping Resort Zugspitze. We try to circle the vans in a corral, but with only 2 campers and vast space, the form does not fully show. So what, we are here, we face the alps and somebody has a bottle of red wine on board.

Comparing the barbecue offered at a) the Schmölzer Wirt and b) the campsite’s bistro Alspitzblick, it is clear that b) wins (each Saturday). Having the diet set, we face a bright sunny day with 30° Celsius and the Eibsee in a short distance of only 6,5 km. However, some details have not been prepared accurately, such as any clue of the region’s cycle paths or the altitude difference between the camp site and the lake.

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Once there, the environment is enchanting. The lake sparkles in all shades of green and blue, surrounded by mountain peaks and forest. As usual, I cannot resist the inviting sheet of water and that is just perfect: the water is mild with a temperature of at least 24°.

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A path surrounds the lake that is free for cyclists and for pedestrians, providing us with all possible perspectives on the Eibsee and its paradise-like islands.

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Although today is not the most sportive one for me (did I mention the red wine?), it feels good to be in this landscape with the mountainbike. In July, the tourist crowds might be annoying, but by end of August there is no rush on the path around the lake.

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Being aware of my duties as private camping quality tester, I ignore the 30 degrees in the afternoon and check out the camp site’s sauna. The furniture is neatly done and the sauna has nothing less than full view on the Zugspitze. Apart from this the average age (60+) and average camper’s size (kg 90+) become obvious. Lucky me that I can focus on the mountain peaks in front of the window.

We spontaneously skip the foreseen home barbecue in our corral when dark clouds and strong wind indicate a nearing thunderstorm. Anyway, we have delicous dinner at the “Bistro Alpspitz” and cannot complain of anything.

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The Camping Resort Zugspitze is the new (and expensive) area of the older campground “Camping Erlebnis Zugspitze” down beside the street. In 2015, I spent a night at the older one that is more simple with the street close by and less sparkling facilities, but still comfortable enough. The new part is further away from the busy street and offers normal (huge) places as well as exclusive ones with personal bath rooms. On top, the new one has a nice bistro and the sauna is included in the prices per night. Both are few kilometers away from Garmisch and from the Zugspitzbahn. In August 2016, I paid about 30,- EUR per night for Hector and myself and the common bath rooms.

Perhaps there are even more alternatives around here – let’s see what comes up next…

Escapes 2016: (1) – Allgäu

How can something that requires regular maintenance and dozens of liters of gasoline mean freedom?

Here is how:

Hector is parked in front of my house and tells me: “Take me, I’m yours! We can go anywhere you want…” And I am pretty sure, one of his head lamps twinkles.

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In August, one of my brothers and his family arrives and we all go to the Western Allgäu: mountains, lots of lakes and castles and meadows with happy cows. First stop of the day is the Waldseilgarten Höllschlucht close to Pfronten. With our age ranging from 8 to 43 years, we have a lot of fun for hours. As the high level ropes are located within a forest, you leave all of your usual every-day life behind and enter new challenges. Muscle soreness is included in the price without extra charge, thanks for that.

While the rest of my family has rented a holiday apartment for the rest of the week, I decide to go with Hector to the caravan site “Via Claudia” at the Lechstausee (Lechbruck). While the huge camp site is crowded with a mixture of resident campers and holiday families, the caravan site is more relaxed. All showers and facilities of the main camp site are offered to guests of the caravan site as well as extra toilets, all being in a good shape. Although the place is nearly full, the atmosphere is much calmer than on the regular camp site – I see more and more of a tendency to look for alternatives to super camp sites, but only time will tell.

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No Chi-Chi, just a caravan site – all relaxed, all fine

Of course I could have stayed with my brother’s family or I could have gone home the very same day. However, staying the night with Hector is different and it is all positive. You wake up in the morning and are somewhere else, out of the regular routine. For instance, my apartment offers neither view on the mountains nor view on the lake, so this a win already. The rays of the early sun invite me to a spontaneous jogging tour around the lake and I congratulate myself for the always-on-board equipment with sports shoes, towel and whatever I need.

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Camping Via Claudia at Lechbruck – a fragment of the huge area

The two hours of the way back are fine to exchange the compact holiday feeling with my working life. Lucky me that Hector will continue inviting me to little escapes throughout the upcoming summer weekends!

Wank-Wanderung

Der Berg ruft, ganz ohne Zuruf, dafür mit Anruf: wie schön, dass sich Freund Oliver im Werdenfelser Land bestens auskennt, da kann ich mich auf Wesentliches konzentrieren, nämlich: wann soll ich wo sein und was muss ich dann anhaben?!

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Pünktlich um früh Uhr morgens rolle ich mit Hector auf den Parkplatz in Partenkirchen, noch pünktlicher ist Oliver, der mich bereits erwartet. Ich sortiere noch schnell die Wanderstöcke, den Rucksack, das halbe Frühstück und die Frage nach warmen und kalten Bergklamotten, und schon geht es los. Hector bewacht solange den Parkplatz.

In schönster Morgensonne spazieren wir gemütlich durch kleine Sträßchen des Ortes, kommentieren die Immobilienentwicklung und ich versuche nebenbei, ab und zu ein Stückchen Berge-Himmel-Kirchturm zu erhaschen.

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Bald schon geht es ordentlich bergauf, es gilt, den Wank zu erklimmen. Der Wank ist ein Berg inmitten weiterer Berge, was ihn aber weder kleiner macht noch seiner Aussicht die Weite nimmt. Bereits nach dem ersten Drittel des Weges schweift das Auge weit über das Tal hinüber zur Zugspitze und der dazugehörigen Bergkette.

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Immer schon wollte ich vor der Zugspitze posieren

Das Tempo des lauf-trainierten Bergsteigers an meiner Seite kann ich nicht übersetzungsfrei mitgehen, so dass er zwischendrin ganz Gentleman auf die Option hinweist, ab der Mittelstation mit der Gondel hochzufahren. Kommt natürlich nicht in Frage, so ein Gipfel will schließlich bezwungen werden! Nur leicht sehnsüchtig schiele ich auf die Überraschungseier, die wie am Schnürchen über unsere Köpfe hinweg schweben.

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…wie es sich wohl im Inneren eines Überraschungseis anfühlt?

Unterwegs erfahre ich viel über die umliegenden Berge, die Tücken der Kramerspitze, die Besonderheiten der Gegend und die landschaftliche Beschaffenheit der G7-Gipfel-Sicherheitsmaßnahmen. Wer hätte gedacht, dass ich hier mitten im Bayerischen so viel Weltblick geboten bekomme! Es ist das erste Mal, dass ich mit jemandem wandern gehe, der sich in der Gegend so gut auskennt, was ganz neue Perspektiven mit sich bringt. Nicht nur, dass ich Bewegung und Aussicht auf mich wirken lasse, sondern ich werde den Berg mit mehr gefütterten Gehirnzellen herunterkommen, als ich beim Aufstieg dabei hatte.

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Def. Bergführer, der: kennt sich aus, sorgt zudem für gutes Wetter und phänomenale Ausblicke

Der Blick und die Gesprächsthemen schweifen von nah bis fern und von oben bis unten. Als wir am Ziel ankommen, wartet bereits die nächste Überraschung auf uns:

AlphornbläserInnen. Genauer gesagt: eine ganze Versammlung davon. Wir geraten zufällig in das 1. Treffen der Alphornbläserinnen des Werdenfelser Landes. Überall finden sich aufgereihte Alphörner, dazwischen Frauen in Tracht, Männer in Tracht, und immer wieder erschallt Gebläse über die Bergwiesen.

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Zunächst lassen wir den Trubel links liegen und genießen entlang des Bergrückens den Blick von der Zugspitze bis hin zu den großen Seen, die südlich von München liegen. Vermutlich wüsste ich das jetzt noch genauer, wenn ich nicht nur genussvoll geschaut hätte, sondern alles akribisch dokumentiert und fotografiert hätte. Habe ich aber nicht, stattdessen war ich einfach da und fand es herrlich.

Als wir uns fast satt gesehen haben, kehren wir um und ein auf der großen Wirtshaus-Terrasse. Prompt werden wir umfassend über heimische Trachten, Traditionen und ihre wertvollen Besonderheiten unterrichtet, wobei ich mir im Stillen das ein oder andere dazu denke: die vehement verteidigte Tracht, die als einzig original-gültig dargestellt wird, ist im Grunde genommen ein Zufallstreffer aus zeitlicher Eingliederung und monarchischer Anweisung. Da diese philosophischen Gedanken jedoch tagefüllende Debatten auslösen würden, beschränke ich mich auf den Genuss der Bergwelt mit dazu passender Besetzung in Form unseres einheimischen Trachtlers. Noch intensiver wird das Verschmelzen von Landschaft und Leuten, als die nächste Runde Alphornbläser Aufstellung nimmt und auf Anweisung des Rauschebärtigsten von allen loslegt. Ist mir egal, ob das kitschig ist – so was bei einer Wanderung zufällig zu erleben, ist einfach urig.

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Frisch gestärkt treten wir anschließend den Abstieg an, der uns durch lichte Wälder stetig bergab führt. Eine Dreiviertelstunde oberhalb des Ortes kehren wir erneut ein: der Gschwandtner Bauer bietet in lieblicher Umgebung selbst gebackene Strudel und Kuchen an. Die Umgebung ist derartig idyllisch, dass man es nur mit gehaltvollen Kalorien aushält.

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Der restliche Weg führt sanft ins Tal und angesichts der Postkartenlandschaft, durch die wir gehen, werde ich erst Tage später meine neu erworbenen Hühneraugen wahrnehmen.

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Weiter unten blicken wir geradewegs auf die Skisprungschanze, die wie ein überdimensionaler Schuhlöffel am Berghang steht. Jahr für Jahr bietet der Wintersport Spektakel und kommunale Einnahmen aus Weltcup-Rennen und Skispringen, wenn nur das Wetter mitspielt. Die Debatten um Sinnhaftigkeit von Wintersport-Investitionen und Klimaerwärmung darf an dieser Stelle jeder mit sich selbst ausmachen, für die Betrachtung von Garmisch nehme ich es einfach hin.

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Kurz darauf erreichen wir wieder den Parkplatz und Hector meldet: „Keine besonderen Vorkommnisse. Sonne. Schöne Landschaft.“

Ich könnte mich jetzt 1,5 – 2 Stunden auf das Straßennetz einlassen und zurück nach München fahren. Nur: warum sollte ich das tun? Nicht umsonst ist die Gegend rund um Garmisch eine weithin bekannte Urlaubsregion und bietet genügend Campingmöglichkeiten, also auf zum Campingresort Zugspitze.

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Stellplatz am Campingresort Zugspitze

Für 16,- EUR steht Hector im unaufgeregten Stellplatz-Teil der Anlage und lädt für 2,70 sämtliche Batterien voll. Viel Gepäck habe ich nicht dabei, schließlich ist eine spontan-Übernachtung keine Weltreise. Kurz die Duschsachen packen und ab zum Waschhaus, danach noch ein Satz frischer Klamotten und schon sitze ich an einem hübschen Tisch beim Schmölzer Wirt. Ich lasse mich deftig bekochen, bevor ich unter einem gigantischen Sternenhimmel die kurze Strecke zurück zum Bus laufe und mich höchst zufrieden in Hectors Himmelbett kuschle. Am nächsten Morgen ist der erste Blick aus dem Bett-Fenster dieser:

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Augenaufschlag nach erholsamer Nacht: Garmischer Hausberge

Vor der Abreise gönne ich mir noch einen Kaffee in der Morgensonne. Während ich verträumt auf die Hänge blicke, die ich erst acht Monate zuvor noch mit Skiern runter gesaust bin, schweben einige Paraglider von den Berghängen hinab. Vom bergauf-Weg zur Wank-Spitze, über die Alphornbläser und die Trachtenvereinsmeier, vom Gschwandtner-Wirt zum Schmölzer Wirt, von Sonnenuntergang zu Sonnenaufgang: die Zugspitze hat bei meinem kleinen Ausflug keine aktive Rolle gespielt, und doch war sie im Stillen immer dabei und prägt die gesamte Region.

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Nein, ich habe in München keinen Bergblick. Aber wozu auch? Den habe ich schließlich mit Hector!

Walchsee – Abends gehört der See wieder den Enten

Walchsee6aSchön, wenn im Umkreis von 1,5 Stunden die Berge, viele Seen und unzählige Campingmöglichkeiten locken. Da lohnen auch kleine Fluchten aus dem Alltag, schließlich ist Hector schon ganz ungeduldig und will wieder auf Tour. Also klingelt Samstags beizeiten der Wecker und um halb acht reihen wir uns ein in den Ferienverkehr Richtung Süden.

Vor der großen Urlaubswelle: Frühstück beim Dinzler

Vor der großen Urlaubswelle: Frühstück beim Dinzler

Der Irschenberg an der A8 ist der beste Stautest der Gegend: wenn es hier locker rollt, bin ich noch vor der großen Anreisewelle der nördlichen Bundesländer. Stress raus, Blinker rechts, 3. links und schon parkt der Bus souverän vor’m Dinzler. Kaffeerösterei, Frühstück und ideale Einkehr zwischen Wohnung und Ausflugsziel. Frisch gestärkt geht es weiter und schon 46 km weiter lasse ich die Inntal-Autobahn hinter mir und folge gewundenen Straßen bis zum Walchsee.

Walchsee1zDer Terrassencamping Südsee lockt mit Seeblick von allen Stellplätzen und bietet selbst zur Hauptsaison genug Platz für einen schlanken 5,6m-Fiat. Wenn sie das Distelmeer zwischen den Schotterkieseln gelegentlich mähen würden, wäre der Campingplatz sogar richtig empfehlenswert – so wie es ist finde ich zwar alle freundlich und manche Plätze sind ganz hübsch, aber der Gesamteindruck bleibt ein wenig lieblos.

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Egal, wer liebevoll kuscheln will, kann sich am Seeufer – vulgo: „campingplatzeigener Badestrand“ – mit den watschelnden Enten anfreunden, die heute gern die Zeitung mit mir teilen wollen. Der See schimmert einladend grün, ist vollständig in Privatbesitz und streng reglementiert: maximal eine gefühlte Handvoll Boote (Schlauchboote, Ruderboote, Elektroboote, Fischerboote) sowie das einzige Wasserskiboot des Sees dürfen gleichzeitig unterwegs sein, jeder Paddler muss daher einen Derfschein (hessisch für „Erlaubnis“) mitführen. Zum Baden ist das prima, weil man weit rausschwimmen kann, ohne um seinen Kopf zu fürchten. Ich liebe das Bergpanorama rund um die Alpenseen, das umso schöner ist, wenn man sich ein paar (hundert) Meter vom Ufer entfernt. Auf den Rücken legen und staunend die Berge betrachten, dann wassertretend die alte Schwimmbrille auf die Augen quetschen und lässig zurück ans Ufer kraulen – klappt inzwischen immer besser.

Walchsee1bDer fabelhafte Sommer 2015 ist auch in den Bergen voll präsent: 31°C zeigt das Thermometer im Dorf, so dass ich eine bergauf-MTB-Tour auf den nächsten Morgen verschiebe und statt dessen rund um den See die Gegend erkunde – natürlich inklusive der angebotenen Eisbecher und Restaurant-Angebote.

Zwei Umrundungen später, die an 4 Strandbädern, 2 Campingplätzen und 1 Zeltwiese vorbei führen, springe ich zum zweiten Mal in die schimmernde Wasserfläche. Am Abend trägt mich mein Fahrrad in 5 Minuten durch saftige Bergwiesen zum Restaurant „Essbaum“, wo ich unbedingt die gebratene Forelle empfehlen kann.

Blick von der Forelle auf ihre Herkunft

Blick von der Forelle auf ihre Herkunft

Rechtzeitig vor dem aufziehenden Gewitter bin ich zurück am Campingplatz und freue ich: beide Dachluken waren sperrangelweit offen; als Blondine muss man eben auch mal Glück haben!

Inmitten des Spießertums, wie es nur Dauercamper und ihre Gartenzwerge vermitteln können, gibt es nur zwei Dinge, die man abends tun kann:

  1. mit den Dauercamper-Nachbarn anfreunden und bei Prosecco und viel zu vielen Zigaretten fürchterlich versumpfen.
    oder
  2. früh schlafen gehen.

Auch wenn die Jungs mit der Konditorcreme um die Hüften wirklich nett sind und wahnsinnig hilfsbereit (was ich kurz vor der Abreise noch feststellen darf), entscheide ich mich für die 2. Variante.

Abends am Walchsee

Abends am Walchsee

Und so gelingt das Kunststück, mit dem ersten Hahnenschrei erholt aufzuwachen und auf dem Weg zum Zähneputzen den Sonnenaufgang über dem See zu genießen. Völlig stressfrei gibt es Kaffee und Seeblick und ein Grundlagen-Frühstück und um 8.00 sitze ich im Sattel und rede mir ein, dass es noch morgendlich kühl ist.

Morgens am Walchsee

Morgens am Walchsee

Der Rundweg um und über die Berge führt nach den ersten 1-2 km in den schattigen Wald und wenn es nicht so penetrant bergauf ginge, könnte ich die Sommerfrische rundum genießen. Statt dessen fühle ich mich angesichts der Geräuschkulisse (Schnaufen) und des Wasserverbrauchs (leichte Transpiration) wie eine Dampflok, aber ich hab es ja so gewollt.

Walchsee7aNach einigen Höhenmetern höre ich, wie von hinten beschwingt und doppelt so schnell ein anderer Radler ankommt und wir unterhalten uns kurz. Dezente Notiz im Hinterkopf abheften: wenn ich jemals wieder auf Männersuche gehe, dann mache ich das im Wald! Der Radler ist nämlich eindeutig sympathisch und nebenbei sportlich und so freue ich mich über die kurze Begegnung. Getoppt wird er allerdings vom nächsten vorbeikommenden Radler, der so aussieht, als wären 600 Höhenmeter sein morgendliches Warmup. Danach ist zum Glück Ruhe, auch wenn ich irritiert feststellen muss, dass der Anstrengungsgrad nicht am Fahrrad liegt – der Supersportler hat nämlich das gleiche Rad hat wie ich. Nur dass seins irgendwie schneller fährt…

Diese angenehm flachen Wege habe ich aus unerfindlichen Gründen NICHT genommen. Wohl deshalb, weil sie in die falsche Richtung führen.

Diese angenehm flachen Wege habe ich aus unerfindlichen Gründen NICHT genommen. Wohl deshalb, weil sie in die falsche Richtung führen.

Sobald erste Aussichtspunkte entlang des Weges kommen weiß ich wieder, warum ich das hier mache: weil die Bergkulisse von hier oben am schönsten ist! Und weil ich stolz bin einen Punkt hoch oben erreicht zu haben, den ich mir von unten gar nicht vorstellen konnte – und doch bin ich hier.

Walchsee7bDer Walchsee schimmert grün, die Sonne schickt diesige Strahlen quer in die Landschaft und die Kühe betrachten interessiert meine Mühen, als ich kurz darauf das Fahrrrad über ein winziges Drehkreuz inmitten von Weide-Stacheldraht-Zäunen hebe, was auch fast kratzerfrei gelingt. Zum Glück ist das einzige nicht-fahrbare Stück nur kurz und danach werde ich mit einer langen Abfahrt belohnt.

Zurück im Tal erwartet mich das pralle Landleben

Zurück im Tal erwartet mich das pralle Landleben

Leider ist es noch zu früh für ein Mittagessen beim Essbaum, also fahre ich statt dessen erst mal zurück zum Campingplatz, wo ich spontan rechts abbiege, alle Sachen (Fahrrad, Rucksack, Helm, …) ins Gras werfe und mich umgehend in den See werfe. Was für eine Wohltat!!!

Die nächsten Stunden sind geprägt von Kaffee, Obst, Schnitzel, See, Liegewiese, See, Buch, See. Als es auf halb vier zugeht, lasse ich das milde, grün schimmernde Wasser hinter mir und fange an, die Lager abzubrechen. Perfektes Timing, denke ich, als erstes Donnergrollen ein kleines Gewitter ankündigt. Jetzt noch schnell das Fahrrad in den Bus und die Fenster zu und… und die Fenster zu?!

Walchsee7z

rechts im Bild: das tückische Fenster

Etwas hilflos stehe ich am Sofa-Fenster und stelle fest, dass die Mechanik mich auslacht. Das Fenster lässt sich mühelos sperrangelweit öffnen, aber die Gegenrichtung will partout nicht so wie ich will. Jetzt kommen die freundlichen Dauercamper ins Spiel: sie saßen zwar schon im Auto und wollten gerade losfahren, aber binnen Sekunden steht einer der Jungs neben mir, fragt freundlich nach einem Schraubenzieher und montiert kurzerhand den störrischen Aufstellbügel ab. Später zu Hause werde ich feststellen, dass eine Stecknadel und viel Gefühl auch helfen, aber für die schnelle Lösung, die mir einen regenfesten und abfahrbereiten Bus beschert, bin ich den Jungs echt dankbar!

Chiemgau 2014

Es ist keine drei Tage her, dass ich anfing Hectors Sammelsurium auszuräumen, und prompt räume ich es schon wieder zurück: Mitte September lockt hitziges Spätsommerwetter, also geht es kurzfristig zu einem Wochenendausflug. Geplant ist eine Fahrt zum großen Ahornboden, als Alternative ist auch der Bodensee im Programm. Hector kann jedoch erstaunlich stur sein, und so folgt er wie vom Bindfaden gezogen dem Sommerwetter und kommt erst in Chieming, wenige Meter vom Chiemsee entfernt, zum Stehen. Nun gut, im Chiemgau war ich lange nicht und die Gegend bietet viel Wasser (etliche Seen), Alpenblick, hübsche kleine Ortschaften und etliche Übernachtungsmöglichkeiten, ohne dabei jedoch völlig dem Tourismus-Trubel anheim zu fallen. Das ist definitiv besser als der Bodensee und nur wenig weniger schön als der Ahornboden, der gewitterbedingt bis zum Indian Summer 2015 warten muss.

ChiemgauAquarell

Gänzlich unvorbereitet stehen wir also am Ufer des bayerischen Meeres und sind mehr als angetan von der ruhigen Atmosphäre – mehr als drei Touristen auf einmal bekommt man hier vormittags nicht zu sehen.

Chiemsee_a1

Nach dem Genuss einer „Chiemsee-Pizza“ mit Äpfeln, Ziegenkäse und Pinienkernen lande ich ohne größeres Zutun in einem der kleinen Elektroboote, die am verschlafenen Bootssteg verliehen werden. Sanft tragen die Wellen das kleine flache Boot auf die Insel Herrenchiemsee zu, die jedoch genauso wenig näher kommt wie die Wolke kurz vor der Sonne. 30 min. später ist die Insel immer noch einige km entfernt, so ein Elektroboot ist eben keine Yamaha-Yacht. Macht nichts, in den schaukelnden Wellen, die uns der kreuzende Ausflugsdampfer beschert, lässt sich die Sonne herrlich genießen und außerdem bietet die Bootsperspektive beste Orientierung für die Frage nach dem schönsten Uferstrand. Chiemsee_b

Das unerwartet heiße Wetter und die Aussicht auf ferne Gewitterwolken am Alpenkamm verführen zu grenzenloser Faulheit. Gekühlter Rosé-Wein, süße Weintrauben und die auf dem See glitzernde Sonne tun ihr übriges und so lässt sich der Nachmittag prima vertrödeln.

Zwischen Nachmittag und frühem Abend steht plötzlich die Frage nach der Übernachtungsmöglichkeit vor mir. Die Campingplätze direkt am Chiemsee sind eng gedrängt, was für Hobby-Voyeure sicher super ist. Ich suche mir lieber etwas mit mehr Freiraum. Einige Restaurants und Höfe rund um den Chiemsee bieten Stellplätze für Wohnmobile an: abseits der Seen, dafür aber mit viel Ruhe und Platz. Oder doch lieber direkt an’s Wasser? Die Lösung liegt am Waginger See, genauer: am Campingplatz zwischen Waginger und Tachinger See, am Ortsrand von Tettenhausen. Auch hier, wie fast überall im deutschsprachigen Raum, ist der Großteil des Geländes fest in Dauercamper-Hand. Direkt am See aber lockt eine freie Wiese mit Blick über dem moorigen See und einen kleinen Ruderboot-Steg.

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Träge geht die Sonne unter und träge endet auch der spontane Urlaubstag: das Restaurant am Platz serviert Wild und Wein. Am nächsten Morgen gibt es nach einem kurzen Sprung in den See sonniges Frühstück und dann geht es auch schon wieder zurück in den Alltag.

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Das war ein entspanntes Erholungs-Wochenende ohne atemberaubende Wandertour, ohne Wildcamping, ohne Besichtigung und auch sonst ohne touristische Highlights – aber ohne meinen großartigen Campingbus wäre ich bestimmt nicht spontan im Chiemgau gelandet. Zwischen längeren Reisen sind es die spontanen Wochenend-Fahrten, die meinen eigenen kleinen Bus so wertvoll machen. Einfach los, einfach raus, einfach der Nase nach, das wird im folgenden Jahr sicher wieder viel Spaß und Erholung bringen!

Sprung

Hector: “Ich bin ein Van für eine Nacht!”

Nachdem mir ehemalige Projektkollegen als Abschiedsgeschenk ein Panoramabuch über die Kitzbüheler Alpen vermacht haben, bin ich um Anregungen für Ausflüge nur selten verlegen. Im August führte nun die Ankündigung des Brixentaler Bergleuchtens zu dem Plan: Mädels, wir fahren bergauf!

Hector platzt fast vor Stolz, als nach und nach 3 Grazien zusteigen und sich auf den Weg in die Haus-Alpen machen. Bewaffnet mit Vorräten und gekühlten Getränken sind wir bereit für den angesagten Ferien-Stau gen Süden, aber nichts da: Dieses Wochenende läuft vieles anders als geplant und der Stau findet grundsätzlich nur auf der Gegenfahrbahn statt, so dass wir bereits mittags bei 30° am Campingplatz Brixen ankommen.

2014_08_10a_TravelhectorEinmal mehr zeigt sich: Camping hat immer auch mit gelben Nummernschildern zu tun und so ist der Sprachkurs gleich inbegriffen. Die meisten Veranstaltungsschilder auf dem Campingplatz sind in holländisch verfasst, was jedoch keine Beeinträchtigung bei der Auswahl eines wunderbaren freien Wiesenplatzes darstellt. Hector frisst Alpenstrom und wir Mädels machen uns über die erste Runde Sekt und Häppchen her.

2014_08_10fTravelhectorDie 30° werden immer drückender und angesichts aufziehender Wolkenberge werfen wir uns schnell Handtücher über und schlendern 500m zum Freibad mit Natursee. So schnell die Flipflops uns tragen, stürmen wir zum schönsten Rasenfleckchen am See und haben Sekunden später schon den großen Zeh in’s Wasser gesteckt. Erfrischend, ganz ohne Zweifel! Zum Glück ist der See nicht nur angenehm frisch, sondern auch angenehm klein: Seequerung fast-forward und ab auf’s Badetuch für 5 gemütliche Minuten Sommerluft. Nach so viel Entspannung beherzigen wir den Ratschlag (vielmehr: die nachdrückliche Gewitterwarnung) des freundlichen Bademeisters und flipflopsen einen Umweg am örtlichen „Billa“ vorbei, getreu dem Motto: Wenn schon Unwetter, dann wenigstens feucht-fröhlich! Passend zur Bergwelt gibt es Gösser Radler und Südtiroler Rotwein und schon schlappen wir im Wettlauf gegen die Gewitterwolken zurück zum Bus.

2014_08_09eTravelhectorDas Timing ist perfekt, exakt 60 Sekunden nach Verstauen der Außenmöbel geht es auch schon los: ein Wolkenbruch wie aus dem Bilderbuch geht über das Tal nieder und wir freuen uns, dass wir weder einen Graben um das Zelt ziehen noch auf undichte Stellen aufpassen müssen. Hector stellt sich einfach stoisch in den Regen und duscht den Reisestaub ab, während wir drinnen den zweiten Gang auftischen.

Diverse Köstlichkeiten später werden wir für unsere Geduld belohnt. Das Brixentaler Bergleuchten mit seinen per Fackeln auf den Berghängen abgebildeten Vereinswappen, Mustern und sonstiger Kunst wurde zwar unwetterbedingt abgesagt, der bestellte Sonnenuntergang erfüllt dafür voll und ganz unsere Erwartungen. Drinnen beleuchten ein paar Kerzen die hereinbrechende Dämmerung und draußen färbt die untergehende Sonne die letzten Schleierwolken in Pastellfarben zwischen weiß-orange und rosarot.

Nachdem der Regen endgültig klein beigegeben hat, könnten wir eigentlich ins Dorfzentrum marschieren und die lokalen Wirtschaften, Kneipen und Gasthäuser durchtesten. Angesichts der mittlerweile zum Sofa verwandelten Sitzgruppe in unserem Bus fehlt dafür jedoch jede Notwendigkeit, so dass wir stattdessen bei Kerzenschein und Rotwein eine heimelige Pyjamaparty abhalten.

Die größte Herausforderung des Abends stellt sich bei der Schlaf-Frage: wer schläft wo und wenn ja wie viele?! Zuerst verbreitern wir das Loungesofa mithilfe des eingebauten Lattenrosts und schaffen damit die maximal mögliche Liegefläche des unteren Bettes: Laut Prospekt 1,85m lang, laut Zollstock echte 1,80m und diagonal ein wenig mehr, dafür jedoch nah an der Fluchttür und mit viel Luft und Sitzhöhe rundum. Als nächstes folgt das obere Bett: nach dem Entsichern beherzt am Griff ziehen und schon schwenkt der Lattenrost samt Matratze sanft herab. Leiter einhängen, hochkrabbeln und: Katrin liegt noch kaum oben, da will sie auch gar nicht mehr runter vom Schlaraffenland. Ich bemühe mich um gastgeberische Neutralität und bin selbst gespannt, wie wir mit dem Arrangement durch die Nacht kommen: Melanie kann sich unten quer, diagonal und dekorativ ausstrecken, während Katrin und ich uns die Höhenluft darüber teilen. Bei dem Auf- bzw. Abstieg zum/vom Hubbett und mit dem erhöhten Schwierigkeitsgrad, dass das halbe Bett bereits belegt ist, zeigt sich einmal mehr: regelmäßiges Yoga hilft enorm bei dem Versuch, sich in max. 40cm lichter Höhe sauber zusammenzufalten und um 270° zu drehen.

Camping = Flexibility!

Camping = Flexibility!

Am nächsten Morgen lacht die Sonne durch das Deckenfenster und zumindest das Hubbett hat sich tatsächlich als veritables Doppelbett bewährt. Entspannt wacht die obere Reihe auf, wohingegen Melanie eigentlich noch ein paar Optimierungsnächte dranhängen müsste, um die Polster der Sitzgruppe in die bestmögliche Schlaf-Anordnung zu sortieren. Die Unebenheiten der Liegefläche sind eben doch spürbar, aber sie nimmt’s gelassen und wird mit Tee und Bergsonne belohnt.

Nach dem gestrigen fast-forward Tag können wir es heute ruhig angehen lassen. Das Wetter bleibt stabil und so genießen wir mehrere Runden Kaffee, Tee und Frühstücks-Happen in der kräftigen Augustsonne. Trotz der umtriebigen Dauercamper rundum (habe ich die gelben Nummernschilder erwähnt??) ist das Rauschen des nahen Wildbaches noch das lauteste Geräusch. Es ist einfach idyllisch hier, wie in einem Werbe-Trailer! Der Blick auf die Hohe Salve und die umliegenden Kitzbüheler Alpen macht Lust auf weitere Ausflüge mit Wanderungen, Mountainbike, Sommerfesten und Lama-Reiten.

2014_08_10bTravelhectorAlles in allem begeistert der beste Hector der Welt einmal mehr: Die kürzeste verfügbare Ducato-Karosserie bewährt sich mit der einmaligen Raumaufteilung allein, zu zweit und nun auch zu dritt, und das bei gerade mal 5,60m Außenlänge. Wäre die vierte im Bunde auch noch mitgekommen, hätten wir die Bettzuteilung nach Körpergröße ausknobeln müssen, weil dann das untere Bett doch spürbare Längenbegrenzungen hat, aber für eine Nacht als Kurzausflug wäre auch das kein Problem. Mit stolzgeschwellter Brust verkündet Hector daher:

„Ich bin ein Van für eine Nacht!“

…mindestens, finde ich.