

Nachdem ich gerade noch den Monte Naranco in voller Sonnenhitze hochgestapft bin, steht mir der Sinn nach einem entspannten Campingplatz in einem hübschen Ort. Es scheint, dass Tapia de Casariego mit Camping Playa de Tapia alle Voraussetzungen erfüllt – zumindest von Ferne…
Coming straight from my high-noon-hike at Monte Naranco, I yearn for a nice campsite at the sea, embedded in a nice little town. Looks like Camping Playa de Tapia at Tapia de Casariego fulfils it entirely – at least from a distance.

Das kennt man ja von der Physik, dass manches aus nächster Nähe betrachtet dann doch anders ist, als es zunächst erschien. Der Campingplatz ist theoretisch nicht weit weg vom Ort, liegt aber ganz schön abgeschieden. Das Meer sieht von Ferne blau und einladend aus, ballt aber Wolken zusammen, kaum dass ich zum Strand runter gehe.
Turns out that the campsite is in bike-distance to the village, yet located a bit far-off. When I turn towards the sea, it changes from a bright-blue image to rough waters under a cloudy sky. Humour of higher forces quite is something, isn’t it?!

Den Strand gibt es überhaupt nur bei Ebbe. Bei Flut bleiben nur Felsen und tosende Brandung übrig.
On the other hand, I like the dramatic look of dark rocks and troubled sea. It is not much of a sunbathing beach anyway, given that sand appears at low-tide only.

Auch mein Umfeld ist eher zurückgezogen: nette Rentner von der Sorte, die viel Ruhe lieben. Kurz: Es gibt hier nichts, was mich stört – aber auch nichts, was meinen Urlaubs-Vibes entspricht. Andererseits… bin ich nicht vorhin an einem WoMo-Stellplatz vorbei gefahren, der direkt hinter dem großen Sandstrand im Ort liegt?!
Overall, it is the right spot for a calm evening among closed-up pensioneers. Okay for one night, but not for a longer period. How good that I have noticed the camper parking right behind the main beach, close to the heart of Tapia de Casariego.

Nach einer entspannten Übernachtung auf dem Campingplatz ziehe ich um. Der Ruhe-Faktor rund um Hector bleibt ungefähr gleich, aber dafür habe ich in 50m Entfernung eine Surfschule, einen riesigen Sandstrand (bei allen Tiden nutzbar) und nur zwei Straßen weiter beginnt die Auswahl an Cafés, Bars und dem Rest des Ortes.
Once Hector is parked properly at our new spot, I start my tour around town. Starting with a chat at the surf school, only to continue with a second breakfast at one of the cafés close-by.

Hier finde ich eine nette Bar/Café für ein zweites Frühstück, bevor ich mir den Ort genauer ansehe. Ende Mai sind nur wenige Touristen unterwegs – die Hälfte davon sind Jakobsweg-Wanderer, die den Wirten entlang ihrer Route ein kleines, aber stetiges Einkommen bescheren. Insbesondere rund um den kleinen Hafen hat ab mittags immer mindestens ein Lokal geöffnet.
The Camino de Santiago-hikers form a steady flow of customers for hostels, bars and restaurants. There might be less than 10 of them per day (personal counting by mid May), yet increases the low-season tourism (me and a handful others) to a quantity worth opening up gastronomy. Most coastal towns of Northern Spain have become to rely on tourists as their main source of income – hence, I might be proud to be part of the game, and happy to take the chance for snacks, lunch or coffee.


Es gibt eine kleine Leuchtturm-Anlage auf der vorgelagerten Halbinsel – sieht im Internet etwas wirkungsvoller aus als direkt davor im hellen Tageslicht. Da es (zumindest heute) keinen Zugang zu dem Bereich gibt, schieße ich ein Dokumentations-Foto und ziehe weiter.
Looking up Tapia de Casariego online, you will be tempted to visit the lighthouse that sits on a small peninsula. As of today, there is no access to it, hence I am limited to a quick photo.

Ganz in der Nähe gibt es eine kleine Kapelle, zu der man sich herzzerreißende Szenen vorstellen kann: Tosendes Meer, Ehefrauen, die um ihre Fischer-Männer bangen… Kleine, intime Hochzeitszeremonien im engsten Kreis… Heute ist nichts davon los, aber hübsch ist es schon.
The chapel close to it looks simple and romantic. I can fancy fishermen’s wives, pleading God to send them home soon… or forbidden marriages in the light of dawn… Well, nothing happens today, but I am happy to add it as another pretty facet of the day.

Überhaupt hat das Städtchen viele hübsche Ecken. Hier ein Zipfel Garten mit Blick aufs Meer, dort der Platz mit Bänken und Bäumen vor dem Rathaus, dazu ein wenig Promenade am Ufer und die Parkanlagen rund um den Strand. Es ist einer der schöneren Orte auf meiner spanischen Route.
The city does not meet expectations risen by Tripadvisor or their very own tourist information posters. Yet, it is a nice mixture of real life and tourist orientation and thus one of the good places on my route.



Am Nachmittag geht der lokale Surflehrer mit einer Gruppe mid-level-Aspiranten in die Bucht. Ich bin zunächst versucht, mich anzuschließen, lasse diese Gelegenheit jedoch aus. Zum einen war ich heute schon zu viel in der Sonne (wo die auf einmal herkam??), zum anderen habe ich seit Hawaii eine leichte innere Verspanntheit im Umgang mit Felsen, die zwischen meinem Surfboard und der sandigen Küste herumstehen.
When the afternoon brings out the surf class, I decide to stay passive rather than participating. Having had wonderful days full or successful surfing at Oyambre Beach, I do not get tempted by the local bay of Tapia de Casariego. Even more, as I have a certain dislike when it comes to rocks between my board and the safe, sandy beach.

Zum Sonnenuntergang zieht sich das Meer weit zurück und schwappt vermutlich an Amerikas Küste herum. Ich werfe dem Wasser ein paar Ukulele-Klänge hinterher, bevor ich es mir in Hector gemütlich mache.
Sunset literally asks for ukulele sounds, especially with the endless beach at low-tide.

Heute ist der erste warme Abend der Reise, also brauche ich in meinem Hubbett unter dem Dach unbedingt kühlende Frischluft von außen. Genau dafür hat mein Super-Van ein „Midi-Heki“ von 40x60cm. Wäre halt gut, wenn es sich öffnen ließe…
How appropriate to face the first warm evening in such a nice setting. If only the roof-window above my bed would let in cool air at night…


So weit, wie ich inzwischen gekommen bin, werde ich nun nicht wegen eines kaputten Hekis umdrehen – Camping fördert schließlich das Improvisationsvermögen, sogar in einem Luxusgefährt wie Hector. Die Dachluke hat mich über die Jahre schon so häufig geärgert, dass ich bei meiner Lieblings-Werkstatt einen Termin zum Austausch vereinbare, ohne dafür jedoch meine Mission „Nordspanien Entdecken“ aufzugeben.
I postpone any thorough check of my dysfunctional roof light, relying upon my talent for improvisation. Hector and me have come so far that we will not turn around before completing our detection of Northern Spain’s coastline.























































































































































