
Super-Reise! Mit geplanten Eckpunkten und flexibel zwischendrin finde ich den perfekten Mix aus Bewegung und Erholung. Viel Regen nutze ich für Luxus-Lounge-Sofa-Zeiten, Sonnenstunden für alles, was draußen noch schöner ist.
Die gesamte Tour war hervorragend geplant und noch besser in der Ausführung. Ich habe wunderbare Orte kennen gelernt, alte und neue Reisefreunde getroffen und mein Surf-Level heruntergeschraubt. Hector hat die ganze Zeit über tadellos funktioniert und der Kühlschrank meistens auch.
Great trip! The combination of few planned destinations plus loads of spontaneity works out just fine. Rainy hours are best for my luxury lounge-sofa, while sunny portions welcome any outdoor-action. All over the tour, Hector is reliable as a rock – best van ever!

Manchmal bleibe ich für mich und genieße die Ruhe, die Landschaft und unzählige Bücher. Gelegentlich unterhalte ich mich mit Einheimischen, noch häufiger lerne ich andere Reisende kennen. In Woche 7 kommt Linda hinzu, ich genieße alle Varianten.
I take it as it comes, sometimes all by myself and in other times in delightful company. Then, in week seven, Linda joins me for common days at the beaches of the Côte d’Azur.

Der erste Abschnitt der Route führt geradewegs nach Westen, mit einer Übernachtung am Lac du Der.
My first day leads my straight West, with an overnight stop at Lac du Der.

Es ist kein Zufall, dass mitten im Nirgendwo ein riesiger See liegt: 1966 begann der Bau, um in einer öden Region (wer hat je von der Champagne gehört?) ein Erholungs- und Feriengebiet zu etablieren. Der Campingplatz „Presqu’Île de Champaubert“ empfängt mich freundlich, Ende April geht es hier ruhig zu. Für große Kulinarik sind andere Orte der Champagne besser, aber die Aussicht und Ruhe (sowie ein wenig Bewegung rund um den See) sind perfekt für meinen Zwischenstopp.
The lake in the middle of nowhere is beyond accident: artificially built in 1966, it is meant to push tourism in a not-so-prospering region (as if no-one ever heard of the Champagne…). Camping “Presqu’île de Champaubert” is nice and – end of April – calm. While other villages might be better off with fancy restaurants, the lake is a nice milestone, half-way between Germany and the shore.

Dann endlich: Meer sehen! Der Camping de Reneville in Fécamp verteilt seine Stellplätze entlang eines Serpentinen-Wegs, mit wunderbarem Meerblick. Ein wunderbarer Ort, um die eigentliche Reise entlang der Ränder Frankreichs zu starten.
Eventually, I reach the sea and soak in the views offered at Camping de Reneville, Fécamp. Spreckled along a serpentine road, each pitch comes with the lookout from the harbour to the cliffs, and from the beach to the off-shore wind-park.

Am Rand von Fécamp stehen die höchsten Steinklippen der Normandie, die sich für Wanderungen anbieten. Das Städtchen selbst ist unaufgeregt und auch angemessen hübsch, besonders die schöne Klosterkirche im Zentrum. Vom Nachmittag bis Sonnenuntergang bietet sich die Strandpromenade an, die mit verschiedenen Lokalen und warmer Betonmauer (gespeicherte Wärme bis Sonnenuntergang) einlädt.
Fécamp itself is a good start into the Normandie, with the big church (part of a monastery) being the local highlight. Once done with the appropriate sightseeing, I get a drink at the beach promenade and wait for sunset at the pebbles-beach.

Zwischen der Normandie und der Bretagne liegt der Mont St. Michel. Kurz vor einem 30-Stunden-Dauerregen-Guss mache ich schnell ein Foto, dann ziehe ich weiter.
My time in the Normandie is limited, as I get (once more) attracted by the Bretagne. Half way to it lies the famous Mont St. Michel, always good for a quick picture.

Als ich das nächste Mal den Blick auf die Welt richte, bin ich bereits in Erquy. Der Campingplatz von yelloh!-Village ist komfortabel und einigermaßen ruhig, solange man einen großen Bogen um den Kinder-Pool macht. Wichtiger ist der etwas versteckt gelegene Hinterausgang, durch den man in wenigen Minuten an die Küste kommt. Jeder Meter entlang der Wander- und Radwege rund um die Halbinsel ist zauberhaft, egal, ob man gerade auf weite Strandbuchten oder schroffe Felsen blickt.
After a full day of rain, I get out of my van, now parked in Erquy. From the back-door of the local yelloh!-campsite, it is only a five-minutes-walk down to the next beach. The peninsula and small town of Erquy is best explored with hiking shoes or by bike, accompanied by glorious lookouts every so often.


Dieses Jahr habe ich einen Lauf: ich finde die schönsten Orte der bretonischen Nordküste! Von Erquy aus mache ich einen Abstecher zum Cap Fréhel und dem Fort la Latte.
I continue with more of the most spectacular spots of Bretagne’s North shore, passing by Cap Fréhel and the old fortress “Fort la Latte”.

Gelegentlich gibt es kostenlose Führungen, in denen man viel über die Geschichte der Festung lernen kann. Allerdings müsste man dafür teilnehmen… Ich agiere lieber antizyklisch und erklimme das Dach des Aussichtsturms, während alle anderen sich um den örtlichen Erzähler scharen.
I climb on top of the lookout tower while all other visitors are listening to the guy that offers a free guided tour. Guess I rather look for adventure than full knowledge.

Später führt mich mein Weg nach Trégastel, wo der alte Zöllnerpfad auch die letzten müden Füße ans Meer lockt.
My route continues from Cap Fréhel to Trégastel with the old „Sentier de Douaniers”, a historic path that has become sort of a hiking-highway along the coastline.

Verglichen mit den übrigen Orten der Bretagne ist das hier Anfang Mai schon ein Touri-Hot Spot, und das zu recht. Der Phare de Mean Ruz ist genauso ansehnlich wie die zufälligen Gesteinsformationen entlang des Wegs, dazu das knallblaue Meer – klar will hier jeder hin. Egal, ob mit oder ohne Didi-Hallervorden-Schloss.
It is no wonder that some crowds gather around here already in the beginning of May, as it is really a wonderful walk. Not only the unexpected forms of red rocks, but also the beacon “Phare de Mean Ruz” are worth a good hour promenade.

Leuchttürme gibt es in der Bretagne wie Sand am Meer. Rund um Le Conquet haben sich gleich fünf Stück angesammelt. Selbst wenn es Bindfäden regnet, lohnt sich der ein oder andere Ausflug bis ran ans tosende Meer – die Gegend bekommt dann eine raue, fast schon unheimliche Atmosphäre.
Focus on beacons is easy in the Bretagne, with five of them spread around Le Conquet. They are even worth a visit on a rainy afternoon, thanks to the eerie setting.

Die Kombination aus schlankem Bus (Hector) und Fahrrädern bewährt sich jeden Tag aufs Neue. Die Gummi-Stiefeletten übrigens auch, besonders in den ersten fünf Wochen… Viel wichtiger ist aber, dass es irgendwie immer weiter geht, jedes Ziel und jeder Weg eine Möglichkeit.
Every day confirms that Hector is just perfect: slim when it is about tiny roads, and huge regarding tons of equipment. These days, the bikes and the jogging shoes are just as important as my rubber boots.

Während ich in Lo Conquet noch überlege, ob ich trotz Misch-Wetter mein Surfboard ins Meer werfen soll, wird es bei Camaret konkret.
Having hesitated about surfing at the beach of Le Conquet, I now get into action with my board around Camaret.

Vorher aber steht der Phare du Petit Minou auf meiner Liste. Mit ausgefeilter Planung hätte ich ihn im Abendlicht erwischen können – dann hätte ich aber nicht den netten Fotografen mit seinem lustigen Hund getroffen, und überhaupt ist es hier auch tagsüber hübsch.
Before I get there, there is one more lighthouse to be checked: although I miss the Phare du Petit Minou coloured in sunset, I find it almost deserted (except for a photographer and his wonder-dog) and still worth it during morning hours.

Ich lerne, dass man nicht alles planen kann. Eine Freundin sagt: Surfen macht demütig, weil das Meer jeden Tag anders ist, mit eigener Dynamik, und nicht unseren Zielvorgaben folgt. Die ersten brauchbaren Wellen machen mich euphorisch, die übrigen Tage ist es eher mau – aber ich habe ja noch ein paar Surf-Orte vor mir.
It turns out that having surfed the Westcoast of the Bretagne does not mean that I can do a simple re-run. The sea and the waves are, just like everybody, every day a bit different. Even a good start is no guarantee for improved surfing throughout the rest of the week (or the rest of the holiday time), and the sea is oblivious to my desires.

Mit oder ohne Wellen, ich genieße einige Tage umgeben von Surf-Spirit und Freunden aus Hamburg. Ebbe und flaches Wasser laden außerdem zum Joggen ein, dazu komme ich eh viel zu selten.
Still, there is much to enjoy here – especially as I meet friends and good weather. With yoga, jogging and barbecue, a full week passes by before I move on.

Man kann auch einfach aufs Meer sehen und träumen – ausreichend innere Ruhe vorausgesetzt…
Whenever I get back to my favourite bays, I can easily soak in the view and it is all fine. Guess any sculptor of this landscape was good at meditation…

Bevor ich die Bretagne hinter mir lasse, stelle ich mich für eine Nacht auf den Parkplatz an der Pointe de la Torche. Raue See, jagende Wolken und aufgewühltes Meer sind hier so passend, dass ich froh bin, keinen Schönwetter-Tag erwischt zu haben.
Before leaving the Bretagne behind, I spend a night at the parking of Pointe de la Torche. With the rough sea and chasing clouds, I am happy to have caught such a mixed-up weather day, suiting this point so well.

Licht, Wolken und Wind zeigen sich am südwestlichsten Punkt der Gegend äußerst variabel. Sobald der Himmel ein bisschen aufreißt, werden die Farben kräftiger und die Weite heller. Auch die Flechten und sonstigen Tupfen auf den Steinen des alten Hünengrabs wirken beinahe fröhlich.
The sky is constantly changing, as are the winds and the waves. Even the ancient tomb-stones turn from dark to neatly-spotted, once that the sun sheds some light on the scenery.
Als ich bei Royan über die Gironde nach Soulac-sur-Mer übersetze, habe ich zwar 30 Stunden Dauerregen hinter mir, darf mich fortan aber immer häufiger über sonnige Stunden freuen.
After 30 hours of rain, rain and more rain, I cross the Gironde and leave Royan and it’s dark clouds behind.



Soulac kannte ich noch gar nicht und bin überrascht, wie ansprechend der Ort ist. Sie haben hier eine eigene, irgendwie lustige Architektur entwickelt: den Neu-Kolonialstil oder so ähnlich.
Soulac is another one of my new-found locations. I tend to like the small city with it’s assortment of shops as well as their particular architecture.

Nur die Sache mit dem Sand läuft nicht so gut: Früher hatten sie so viel, dass die Kirche darunter begraben war – jetzt frisst sich das Meer immer weiter in die Landzunge hinein. Coolster Männer-Traumjob hier: Sandschubsen am Strand in großen, gelben Lkws… Die vielen Bunker, die noch aus dem zweiten Weltkrieg übrig sind, befinden sich nur noch teilweise an Land. Die im hellen sind verschönert, die im dunklen (Wasser) sieht man nicht.
They have quite a history here in their struggle with sea & sands. While the church had been buried beneath tons of sans in former centuries, they now lose metres of their beach every year. Trucks re-arrange parts of the beach, offering jobs that might be close to the work of Sisyphus. Due to the moving shore, a high percentage of the bunkers (leftovers from second world war) are now covered by the sea.


Eines Nachmittags gönne ich mir einen Surfkurs. Bei Fish and Twins bemühe ich mich nach Kräften, das große Foamie-Board mit Leichtigkeit in die Wellen zu bringen – und scheitere. Ungefähr hier beschließe ich, meinen Surf-Versuchen 2024 den Titel „Schöner Scheitern“ zu verleihen. Acht Jahre nach meinem ersten Surfkurs (Vincent’s Alternative Surf School, Vieux-Boucau) nennt mich der heutige Coach “Beginner”. Es kratzt überhaupt nicht an meiner Ehre, wo ich doch eh schon Schwierigkeiten habe, jemanden mit dem Aussehen des jungen George Michael ernst zu nehmen – zumal sie hier (nomen est omen) im eineiigen Doppelpack auflaufen. Ich lasse es für den Moment gut sein und genieße lieber ein paar Sonnenuntergänge.
My surf lesson with Fish and Twins brings me more down to earth than anything. Lucky me, the surf coach calling me a beginner looks like a remake of George Micheal in his younger years – let alone the fact that he comes together with an identical brother. Because of their boy-group-like looks, I find it hard to take the whole lesson serious, although they really know what to do and how to motivate people (well: anyone but me, that is). I rather focus on sunset and hope for better surfing in the near future.



Mein nächster Halt ist Moliets-et-Maa. Endloser Strand, manchmal in einem Bereich surfbar, jedoch bietet das Meer heute kein gutes Wellen-Material. Die Luft ist dafür umso besser, nämlich kühl genug für ausgiebige Lesestunden im Sand.
Further South, I spend a night at Moliets-et-Maa. Weather conditions are best for relaxed hours at the beach, fine for reading as well as sun-dancing. I am positive that some day, this will pay off at last.

Am Folgetag zieht es mich einen Katzensprung weiter, zu den Ursprüngen meiner Wellen-Sehnsucht. Anders als in früheren Jahren ist Vieux-Boucau jetzt schon im Mai voller Camping-Familien, und alle surfen besser als ich. Ich überlege, ob es am Bikini liegt. Oder am Neoprenanzug. Ach nee, das Surfboard ist bestimmt schuld – kaufe ich mir in Hossegor also ein Neues.
Back to the roots means getting back to Vieux-Boucau. In early Hector-years, I have started surfing right here and at least a bit talented (then, back in my youth…). What used to be a half-deserted campsite some years ago, is now full of German families, all of them more skilled on their boards than me. Figuring out that it is all about material, I take advantage of the Hossegor outlet shops and come up with a new surf board.
Das Beste an meinem neuen Board ist der Motivations-Anstieg: Fortan zieht es mich regelmäßig ins Wasser, ganz unabhängig davon, ob die Wellen was können oder nur vor sich hindümpeln. Jeden Tag auf’s Neue will ich herausfinden, ob ich mich mit dem 7.8-Fuß-Epoxy-Fieberglas Brett im Malibu-Stil wohlfühle, und jeden Tag lautet die Antwort: ja, und wie! Ganz nebenbei ist der viele Wassersport der Wendepunkt zur Wiedererlangung meiner Fitness – also, ein Hoch auf die Shopping-Exzesse im Outlet von Hossegor!
The shopping excess leads to an immediate improvement in my motivation: no matter how bad the waves or my performance, I keep on trying every day. The brand-new 7.8 malibu board marks the turning point in my fitness, getting me (slowly) back into shape.

Nebenbei bessert sich irgendwann doch noch das Wetter und der beste Sommertag fällt auf ein Musikfestival und Sundown-mit-Ukulele und überhaupt allem, was sich nach Urlaub anfühlt.
Eventually, even the weather lightens up, just in time for new encounters and a rock festival. Not to mention the routine of sunset ukulele-concerts at the beach.

Nach einer Woche Vieux-Boucau ist die Frage: wie weiter? Vielleicht ein oder zwei Nächte in Hendaye bleiben, noch mal einen anderen Strand surfen? Aber nur, wenn es dort schön ist.
Reaching the end of my scheduled time at Vieux-Boucau, I wonder where to go next. Perhaps Hendaye, having heard about surfing options? I decide to give it a try, under the condition that it feels right once I get there.

Hendaye empfängt mich grau und ein bisschen öde. Der Campingplatz ist geschlossen, der Stellplatz nicht so strand-nah wie gedacht, und dann lasse ich mich auch noch von warnenden Netz-Kommentaren (Überfälle, ausgeraubte Camper, …) verunsichern. Vielleicht bin ich heute nicht gerade eine coole Camper-Vanlife-Ikone, aber insgesamt möchte ich mich wohlfühlen, wo und wie auch immer ich Hector parke.
Hendaye turns out slightly unattractive, hence I move on and get settled in San Sebastián instead.


Eine halbe Stunde später bin ich schon in Spanien. Hector parkt zunächst recht einsam hoch oberhalb des nördlichsten Strandes von Donastía San Sebastian, wird bis zur Dämmerung aber noch etliche Übernachtungs-Fahrzeuge um sich herum sammeln. Das gibt mir Zeit, die hübsche Stadt zu erkunden.
Donastía San Sebastian gets me right from the start. While Hector is fine on a parking high above the beach, I start to explore the city.

San Sebastian ist wunderbar. Nicht immer fotogen, aber gut gelaunt. Eigenwillig und genussvoll. Spanisch und baskisch und auch ein bisschen international. Ich denke heimlich: Wo Menschen surfen, kann es nicht schlecht sein – und das färbt auf die gesamte Stadt ab, die vom Meer geprägt und von der Sonne geküsst ist.
There is no need to show off, it rather is a place for good mood, sun, sea and culture. Plus good food and wine, I understand San Sebastian is a melting pot that has all it takes for a good living, sports and surfing included.
In San Sebastian habe ich einen ganzen Tag ohne Regen gehabt, und jetzt setze ich noch einen drauf: Es geht in Richtung Wüste.
Now that I know how to spend a day without rain (thanks to Spain), I head on to even dryer places: Hector is up for a trip to the desert.

Der Stellplatz, der etwas außerhalb des Bardenas Reales Naturparks liegt, ist gut besucht und perfekt für einen Abstecher in die aufgegebenen Höhlenwohnungen. Die meisten Camper um mich herum sind Franzosen und sitzen abends zusammen wie die Siedler, die mit ihren Planwagen den Westen eroberten. Das führt zu einer angenehmen Abendstimmung und beschert mir viele Tipps – nicht zuletzt den, früh morgens zur Wüste aufzubrechen.
It starts well with umpteen campervans parked beneath ancient caverns. Modern alternative lifestyle meets leftovers from last century, or so it seems. Even before entering the natural resort of Bardenas Reales, I congratulate myself for being here, thanks to the particular setting.

Eigentlich ist das hier nur eine Halbwüste, was auch immer das heißen mag. Hector findet, dass die Schotterpisten ihn zum Offroader adeln, und ich finde die Umgebung mit ihren bizarren Steinhaufen herrlich.
Hector adores the dirt roads when heading through the rough landscape. The early morning hours here are best, with moderate temperatures and deserted rocks.

Derartig beflügelt wollen wir weiter, auf, zu was Großem.
We continue, following a “think big” idea of a kind…

Der langgestreckte Aquädukt, den ich unterwegs passiere, steht völlig überraschend und ohne irgendeinen Hinweis in der Gegend herum. Mehr als ein schnelles Foto während der Fahrt ist nicht drin, denn mein Ziel liegt weiter im Norden.
The aqueduct I pass by is like a hint to my next destination. I manage to take a picture on my way to the North, closer to the French border.

Manchmal reicht ein Hinweis von Freunden oder ein Bild in einer Zeitschrift, und ich denke: wollen wir doch mal sehen, wie das in echt aussieht. Heute also Canfranc Estación und meine Erwartung eines „Lost Places“ mit einem beeindruckenden Bauwerk, das seit Jahrzehnten sanft vor sich hin modert.
Sometimes, a clue found in a magazine or the note from a friend is enough to create a spark of curiosity: I wonder how this might look in real life – and so I get to Canfranc Estación, expecting a lost place with a worn-out monument of a train station.
Tatsächlich ist die alte Bahnstation des Grenz-Bahnhofs seit gut einem Jahr ein Luxushotel. Mitten in den Pyrenäen, in einem eher winzigen Bergdorf gelegen, ist es wahrlich ein Hideaway. Fast so wie der hübsche Campingplatz in Boltaña, den ich am späten Nachmittag erreiche.
It turns out that my information is not as recent as I thought: Since about a year, the old train station of Canfranc comprises a luxury hotel. Situated in a small village high in the pyrenes, it is much of a hideaway! A bit like my next destination, a campsite in Boltaña.

In nur 2,5 Tagen habe ich einen Blick auf Hendaye geworfen, San Sebastian erkundet, Felshöhlen besichtigt, bin durch die Wüste gefahren, einem unbekannten Viadukt gefolgt, habe das Canfranc Estación Luxushotel angesehen und wilde Kurvenstrecken bis in die Provinz Huesca / Aragonien zurückgelegt. Ich gönne mir einen Tag zum Durchschnaufen, dann kann es weiter gehen.
The last 2,5 days have been condensed with all kinds of places and impressions. I take the chance in the Huesca / Aragon region to get lazy and grounded.

Die Gegend hier ist traumhaft für Wanderungen aller Art, und vermutlich führt mich das eines Tages wieder hierher. Im Moment habe ich keine Lust, mit Hector 30 km Anfahrt zu einem Wanderparkplatz in Angriff zu nehmen – stattdessen laufe ich lieber nach Aínsa.
The landscape around Boltaña is wonderful for hiking and might attract me some more in upcoming years. For the time being, I feel more like having Hector at rest (instead of a drive to some hiker parking to get some of the super-sensational-routes started) and see what I can do in the area right before my door step.

Es wird noch besser: der Wanderweg entlang des Flusses Ara heißt mein Faltrad herzlich willkommen, so dass ich viel zu früh für ein mögliches Mittagessen in Aínsas Altstadt ankomme.
There is a wandering path leading to Aínsa and it even turns out to be feasible by bike. Consequently, I arrive in the historic core of the town pretty early, which is fine by me.




Mein nächster Zwischenstopp in Camarasa ist weniger spannend, aber auch hier hat die Gegend ihren Reiz.
Camarasa, where I stop next, is less exciting. Still, it seems that all over Spain there is either landscape or historic cities to be detected – proved once more.

Leider ist der Fluss eher ein Angler-Paradis als badetauglich – zum Ausgleich kommt ein Regenguss vorbei, ich kann also umsonst und draußen duschen.
The only disappointment is for the focus on fishing rather than swimming: This is not tempting me to dive in…


Nach einer Woche Spanien, in der ich viel gesehen habe, geht es zurück nach Frankreich. Endlich kann ich wieder in ganzen Sätzen reden, und nebenbei habe ich den Atlantik gegen das Mittelmeer eingetauscht.
Finally, I come to think that a week in Spain is enough for this year. Getting back to France makes life so much easier, especially in communication (my Spanish is rather basic after all these years).

Bei Argelès-sur-Mer finde ich mit Glück auch ohne Reservierung einen schönen Platz für die nächsten Tage. Ich mag die Steilküste hier (same same, but different) und den Wanderweg nach Collioure.
Argelès-sur-Mer is no hidden gem anymore, but almost always fully-booked. Good vibes are with me when I manage to get one of the nice pitches with a view. With my homebase being set, I can lean back and enjoy all facets of the cliffy coastline: the small path leading to Collioure, the small bays for a swim and the constant lookout on the sea.

Wenig Regen trübt meine Tage, und im klaren Wasser der Buchten kommt mein Schnorchel zum Einsatz. Wie gut, dass ich meine Reise im Norden begonnen habe: je länger ich unterwegs bin, umso mehr genieße ich nun ruhige Tage mit wenig Ausflügen oder Erkundungen.
Even my snorkel gets unpacked, as I prefer to have a bit of action in between endless hours of sunbathing, reading or dreaming.


Mit viel Zufall lande ich als nächstes in Cassis. Und, eine weitere Sensation dieser Reise: in den Calanques.
Out of the blue, I get to Cassis next, accompanied by the Calanques. They turns out to be one of the sensations of this trip.


Die Wanderung auf dem Panoramaweg ist irrsinnig schön, der Kontrast aus hellen Felsen, grünen Bäumen und den Blautönen des Meeres wird hier von der Natur gefeiert, dass es seinesgleichen sucht.
I choose the panorama route among the offered hiking paths and find it amazing. I simply love the colours and the landscape I find myself in.

Mein Timing ist exzellent, als ich lange vor der Mittagshitze und vor den späteren Menschenmassen fast allein in der schönsten Bucht liege. Und den Fischen im glasklaren Wasser zusehe. Und glücklich bin.
Time is on my side, thanks to an early alarm clock. Long before high noon and even before higher quantities of people get here, I lay down in the most beautiful bay. When I watch the fishes that dance around me, I think they look as happy as I feel.
Ab halb elf trudeln immer mehr Menschen ein, und ich ziehe weiter. Eine ganze Woche lang gibt es Strandurlaub satt mit Linda an der Côte d’Azur. Auch wenn der Campingplatz Camp du Domaine in Bormes-les-Mimosas stark nachgelassen hat, ist es doch herrlich, mit den Vorderrädern fast schon im Meer zu parken.
Time-out for paradise is half past ten – from there on, a steady stream of hikers plus uncounted kayaks shuffle in, changing the setup from magical to well, nice. Consequently, I move on, pick up Linda and spend a common week at Bormes-les-Mimosas with her.

Natürlich sind wir nicht nur faul, sondern auch hungrig. Und so genießen wir Dinner am Hafen und in der Altstadt, die (Ehrensache) ordentlich geblümt daherkommt.
The nearness to the beach strikes, so we ignore any other facet of the campsite Camp du Domaine. We soak in the sun and get refreshed in the sea, get used to find grains of sand almost everywhere and look at the old village of Bormes once in a while.

Vor allem aber kosten wir das Sommerwetter und den Strand aus.
Still, the beach is clearly our main focus these days.


Als Linda den Heimflug antritt, drehe ich ab nach Norden. Die Provence, genauer: das Lubéron ist so schön, dass es neben mir noch viele andere hierher lockt. Zu viele, wie ich am ausgebuchten Campingplatz feststelle.
Once Linda has to leave, Hector’s nose turns North. The Lubéron as part of famous Provence is tempting with old cities and other attractions – unfortunately, I am by far not the only one getting here and looking for a pitch on the best campsite around Gordes.

Zum Glück liegt unterhalb von Gordes ein großer Parkplatz, auf dem ich in Hector übernachten kann. Es gelingt mir, das hübsche Bergdorf mit seiner Festung, vielen Restaurants und alten Häusern ausgiebig zu erkunden – und zwar immer dann, wenn gerade wenig los ist.
I trade my campsite-idea for a free parking and balance the holiday comfort with a fabulous dinner. With good food, wine and the pretty core of Gordes, I am more than happy with my choice.
In nur wenigen km Umkreis finden sich weitere Highlights: Lavendelfelder wie aus dem Bilderbuch, Ocker-Steinbrüche, Weingüter und das Städtchen Roussillon.
It turns out that the Lubéron has more to offer: lavender fields in full blossom, ocher quarries, vineyards and the red village of Roussillon.




Je weiter der Juni fortschreitet, umso voller und heißer wird es um mich herum. Ich beschließe, dass acht Wochen die perfekte Reisedauer sind, und mache mich langsam auf den Heimweg. Will ja nicht im ausgetrockneten Flussbett unter einer Brücke nächtigen, weil sonst nix frei ist…
Meanwhile, June counts up to higher season. I like encounters with other travellers, yet I am not keen on camping when it requires reservation days or weeks ahead. For eight weeks, travelling has been just great, but now I look forward to life in Munich.

Nach genau 56 Tagen und 6.393 km kommen wir wieder in München an. Hector hat unerwartet viele Weinflaschen aus Frankreich mitgebracht und natürlich auch jede Menge Sonne. Pünktlich zu unserer Ankunft beginnt ein wahrer Bilderbuch-Sommer in der Stadt – mal sehen, was für Verlockungen Hector und mir als nächstes ins Haus stehen. Für heute ist aber ganz egal, was noch kommt: die Grand Tour 2024 war traumhaft schön! Ob wir das toppen können? Wird die Zukunft zeigen…
Exactly 56 days and 6.393 km after my departure, I get back home. Unloading Hector reveals an unexpected quantity of wine bottles as well as sun & summer weather for the upcoming weeks. A good base for new challenges and expeditions…




















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