• Es fängt harmlos an: Ein Möbelhaus, in das ich am liebsten einziehen möchte. Das perfekte Sofa, gerade als ich einen solchen Erwerb für 2024 in Betracht ziehe. Dazu Traum-Maße, die perfekt in Hector passen.

    It starts harmlessly enough: A furniture store that I would love to move into. The perfect sofa, just when I start considering one for 2024. Plus dream dimensions that might fit perfectly in my van.

    Preparation

    Aber von Anfang an: Zunächst steht bei Kontrast in Frankfurt die ideale Couch für mein Wohnzimmer (nicht für Hector, der hat schon sein Lounge-Sofa). Sitztiefe, Stil, Qualität, Preis – alles stimmt. Da darf die Entfernung von 400 km nicht als Hindernis gelten. Hector ist zwar voll möbliert, aber mein neues Supermöbel kommt in zwei Teilen, die passen locker rein. Bestimmt! Zumindest bin ich mir da ziemlich sicher.

    But right from the start: First of all, Kontrast in Frankfurt has the ideal couch for my living room (not for Hector, as he already got his lounge sofa). Dimensions, style, quality, price – everything is just right. Hence, the distance of 400 km may not be taken for an obstacle, right?!. Even though my van is fully furnished, I bet that my new super furniture (split in two pieces) fits in easily. Definitely! At least I’m pretty sure of that.

    Wird es oder wird es nicht passen?

    Ich überzeuge Hector davon, dass ein Trip München-Frankfurt-München der Urlaubsvorbereitung dient, also fahren wir los. Alles klappt ganz wunderbar und meine Schwester steht parat, um beim Einladen zu helfen. Oder dabei, ein paar Bilder von den wundervollen Kontrast-Menschen zu machen, die uns die Couch einladen (tausend Dank, ihr wart großartig!!).

    I convince Hector that a Munich-Frankfurt-Munich trip is pure holiday preparation, so off we go. The plan hits reality quite smoothly when my sister joins to help with the loading. Or, more true: to take pictures of the wonderful Kontrast-heros who take care of all the hard work (thank you so much, you were great!!)

    Da wäre noch eine Kleinigkeit…
    Passt, wackelt und hat Luft

    Die Sonne scheint, alle Möbel sind perfekt verstaut – als plötzlich die Batterie-Warnleuchte im Cockpit anspringt. Nur, dass die Batterie nach 400 km Autobahnfahrt nicht leer sein kann. Es sei denn, die Lichtmaschine ist kaputt…

    Sun is shining, all furniture is stowed away – when suddenly the battery warning light in the cockpit comes on. Except that the battery can’t be flat after 400 km of highway driving. Unless the alternator is broken…

    Aaaarghhh!

    Der Rückweg startet mit gemischten Gefühlen. Einerseits fällt mir keine bessere Option ein, als mit möglichst guter Drehzahl südwärts zu fahren. Andererseits riecht über 2 Stunden jedes vorausfahrende Auto irgendwie angekokelt.

    Mangels Musik (alle unnötigen Verbraucher sind ausgeschaltet, auch das Radio) breiten sich Gedanken im Kopf aus. Komme ich an den Feuerlöscher ran? Bekomme ich ihn im Notfall schnell aus der Halterung? Kann ich ihn bedienen? Und: funktioniert der nach 18 Jahren noch?? Die Antwort ist 4x „nein“. Dann überlege ich, anzuhalten und unter die Motorhaube zu schauen. Ich spiele es durch: Falls es gelingt, die Motorhaube ohne Stromschlag (Marderschreck) zu öffnen, was kommt dann? Ich blicke auf Irgendwelches-Gedöns und a) panicke b) kann nichts erkennen oder c) rufe den ADAC: „Können wir dann bitte die neue Couch sicher im Abschleppwagen verstauen und bei mir zu Hause abladen, bevor wir Hector zu seiner Werkstatt fahren?“. Ich fahre also weiter.

    The return journey starts with mixed feelings. On the one hand, I do not see an alternative to driving south at as soon as possible. On the other hand, every car in front of me smells coked up for over 2 hours.

    In the absence of music (unnecessary appliances, such as radio, are all switched off), thoughts spread in my head. Can I reach the fire extinguisher? Can I get it out of the holder quickly, in case of an emergency? Can I operate it? And: will it work (tested lately = 18 years ago)? The answer is four times “No”. Next idea: what about a look under the hood, checking things out? Well: If I manage to open the hood without being electrocuted (by the marten repellent), what comes next? I look at some kind of gadget and a) panic b) can’t see anything or c) call the ADAC: “Can we please unload my couch, stow it safely in the tow truck and unload it at my house before we drive Hector to his garage?”. In the end, I just keep driving and hope for the best.

    Von außen kaum sichtbar (gilt für Elektrik-Probleme wie für Fracht)

    Am Ende zeigt sich: Super-Hector ist der Größte! Ich komme ohne Zwischenfall sicher in München an und lade mit viel freundlicher Hilfe die neue Couch aus. Nun heißt es: Daumen drücken, dass die Mechaniker am Dienstag nur ein harmloses Kabel ersetzen, und Hector wieder voller Energie in Richtung Urlaub blicken kann!

    In the end, super Hector is the greatest, as usual! I arrive safely in Munich, without incident, and unload the new couch with friendly help. Now I keep my fingers crossed that the mechanics might have to replace a harmless cable, meaning that Hector can look forward to his vacation soon enough!

    And then: comfort wins
  • Fab Feb Views

    Hector muss sich noch ein wenig gedulden, erst mal ist Winter. 10°C (plus), recycelter Kunstschnee, das volle Programm.

    Hector has to be patient – winter is still present, currently with 10°C (+) and recycelt artificial snow.

    Du bist nicht angekommen, bevor nicht das erste Alpspitz-Foto im Kasten ist.

    Leben auf der Hütte bedeutet: Erholung pur. Unerreichbar, ohne Computer, ohne Nachtleben (sofern man nicht mit dem Hüttenwirt versumpft). Schad is schoo, dass der Schnee heuer recht schlecht ist, aber das lässt sich mit viel Ruhe und gutem Essen überkompensieren.

    Life at the hut = inaccessible, free of computers and far from nightlife (as long as you avoid Schnaps with the host). All this is pure relaxation. It still is a shame that the snow is pretty poor, but we manage to overcompensate it with delicious food.

    lately, downhill (part 1)

    Der erste Tag gehört der Kandahar: lang, steil und nie langweilig. Jede Abfahrt ist Vorbereitung für die darauffolgende, wir nennen es Training on the Job.

    lately, downhill (part 2)

    First day is dedicated to the famous Kandahar slope. Each run is preparation for the next one, we call it training on the job.

    Jeder Tag endet in vollendeter Schönheit. Ob man sich daran je satt-sieht, wenn man dauerhaft hier oben lebt?

    Every day ends in perfect beauty. Will you ever get enough of it when living here permanently?

    Cheesy sunsets

    Neuer Tag, neues Eis. Endlich Weltcup-Bedingungen! denken wir, und probieren dann doch noch andere Pisten aus.

    New day, new challenge: The icy slope is worth a worldcup team, so we do our very best. However, it is time to have fun on the other slopes around before it all turns into water.

    Ice, Ice, Baby

    Heute gibt es nur Eis und Sulz – es wird nicht unser längster Skitag.

    Today’s choice is either ice or muddy leftovers, nothing in between. Not our longest ski day.

    Nice, in the end

    Dienstag ist Skitour-Tag! Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass der Tourengeher-Abend gestrichen wurde. Uns fehlt also am Abend das Publikum, vor dem wir mit unserer Abenteuer-Tour angeben können. Genau genommen wissen wir zu Beginn nicht einmal, dass es eine Abenteuer-Tour wird.

    Tuesday is skitour-day! At this point, we are unaware of the cancelled skitour-evening, leading to a lack of audience for our adventure stories. In fact, we do not even know that our tour will turn into an adventure…

    The other Direction

    Angeblich werden die Touren-Wege regelmäßig auf Vordermann gebracht – bestätigen können wir jedoch nur jede Menge überfrorene Serpentinen, die unsere Felle an ihr Haftungs-Limit bringen. Und darüber hinaus.

    Rumours say, that the touring paths are maintained regularly. Our reality check reveals endless layers of ice on the steep serpentine section… The loss of grip becomes a painful experience, not meeting our expectation of a picturesque hobby.

    …das sah auf der Karte flacher aus…

    Am Ende bewältigen wir alle Widrigkeiten und prüfen die Hochalm auf kulinarische Qualität. Sie liegt ungefähr auf dem Niveau der diesjährigen Schneeverhältnisse, ist aber mal eine Abwechslung von der täglichen Verwöhnkultur “unserer” Hütte.

    In the end, we overcome all adversity and test the Hochalm for culinary quality. It is roughly on a par with this year’s snow conditions, but is a change from the delicacies at “our” hut.

    Working out the Workout

    Am Abend rufen wir der Pistenraupe zu, dass sie es für morgen ruhig angehen lassen kann, wir haben nämlich andere Pläne.

    Later, we tell the snow groomer to take it slow: Tomorrow, we will change the scenery, aiming for higher levels..

    Gute Nacht, kleine Pistenraupe

    Am nächsten Morgen stehen wir um kurz vor 8 schon in der Bindung. So schön es ist, das Skigebiet ganz für uns zu haben, diesmal ist das Ziel der Bahnhof: Um 8:24h entern wir den Zug zur Zugspitze.

    We start early, all up for the 8:24h train to the Zugspitze. Breakfast is best along the way, as the rack railroad takes >1 hour for the ascent.

    Ahead of the Crowd

    Das Zugspitzplatt empfängt uns mit eisigem Wind, viel wichtiger ist jedoch: 100% der Lifte sind in Betrieb, das gleiche gilt für die Pisten und alles ist bedeckt mit echtem Schnee.

    Despite the chilly wind, all lifts and slopes are up and running, accompanied by real snow beneath our skis.

    Mitten in der Woche sind wenig Leute unterwegs, zudem haben wir auffallend häufig sympathische Mitfahrer im Lift. Und dazu dieser Schnee… Endlich ein Bilderbuch-Skitag!

    In the middle of the week, the slopes are far from crowded. Even better, we have a conspicuous number of friendly passengers on the lifts (all week, already). And then, there is this snow… Finally a picture-book ski day!

    Smiling Ski Faces

    Am Ende war es wie immer: anspruchsvoll, erholsam, abenteuerlich und wunderschön.

    After all, it has been challenging, relaxing, adventurous and fabulous!

  • Nicht nur dem Winter geht die Kraft aus, auch Hector ist seit Wochen schlapp und ohne Energie. Selbst der gute Ökostrom hilft nur noch bedingt, es wird dringend Zeit für Frühjahr und Ferien!

    It’s not just winter that’s running out of steam, Hector has also been weak for weeks. Even the green electricity only helps to a limited extent, as my van has been starving for spring and vacations far too long.

    …vielleicht doch mal die Regenrinne als Kabelkanal nutzen??

    Natürlich habe ich längst einen Plan: Frankreich, Westküste. Gern mit einem Abstecher nach Spanien und einem Umweg über die Côte d’Azur, dazu den Rückweg durch das Jura. Kaum habe ich alles ausgearbeitet, beeinflussen externe Faktoren das Timing – also füge ich der Planung mehr Spanien und die Option auf Portugal hinzu, addiere im Geiste zwei bis drei Tausend extra-Kilometer und bemühe mich um Flexibilität.

    Of course, I’ve long had a plan: France, west coast. With a toe into Spanish waves and a detour to the Côte d’Azur, plus the way back through Jura/France. Once I have it all worked out, my plan is blown by external factors. Consequently, I will look for Spain/South + Portugal road books, add two or three thousand extra kilometers and claim to be flexible as hell.

    Flexible Guerilla-Charging

    In der Zwischenzeit überlege ich, was ich an Hector noch optimieren könnte: ein seitlicher Klapptisch an der Couch? Quadratmeter-weise Insektenschutz an der Schiebetür? Oder die Suche nach einem Ersatzteil für die Kederschiene/Tisch-Einhängung? Am Ende wird es der profane „Umbau“ der Chemie-Toi in eine Trenn-Toilette. Ich erspare euch die Fotos.

    In the meantime, I wonder what else I could optimize in my van: a folding couch-table? Square meters of insect screen on the sliding door? Look for the replacement for the piping rail/table suspension? In the end, it will be the mundane “conversion” of the chemical toilet into a separating toilet. I spare you the photos.

    Serienausstattung: Extra-Fach für die Salatschüssel

    Stattdessen blicke ich zurück auf Hectors Heck. Ganz hinten, oberhalb des Gaskastens, war ursprünglich ein Mülleimer vorgesehen. Abnehmbare Holzscheibe oben, Einfassung aus Pressspan unten. Als ob ein 10-Liter-Mülleimer nicht die Krönung der Platzverschwendung in einem fünfeinhalb-Meter-Bus wären.

    Instead, I look back: At the very back of Hector’s kitchen, above the gas tank, a waste garbage can was foreseen (original ADRIA layout). Removable wooden disk at the top, pressboard surround at the bottom. As if a 10-liter garbage can wasn’t the ultimate waste of space in a five-and-a-half-metre bus.

    Wer überleben will, muss durchgreifen können

    Es folgte der Umbau in vollendeter Schreiner-Kunst: die Einfassung für den Eimer fliegt raus, stattdessen verschraube ich Holzstückchen als Rüttelkante. Und schon habe ich ein Vorratsfach, das sich mit geöffneter Hecktür genauso beladen lässt wie von oben durch die Küche.

    Lucky me that I’ve got talent in carpentry: I have removed the surround for the bucket and fixed wood-pieces to the edge instead. Now I have a storage compartment that can be loaded easily by the rear door as well as from the kitchen above.

    …fehlt eigentlich nur noch der Koch

    Bei aller Flexibilität (wann, wohin…), eins ist sicher: meine 30 x 50 cm Speisekammer wird mich bis ans Meer bringen!

    Sure enough, I will survive on my way to the coast, thanks to my built-in pantry!

  • Unverfroren ist er mir ja lieber…

    The Ice Cube, formerly known as Hector

    Entweder man ist jetzt schon im Süden, oder die Energie kommt aus der Steckdose. Seit ich für Hector eine 50m Kabeltrommel gekauft habe, lade ich ihn vom Balkon aus. Und so wird aus einem Diesel ein Vegetarier: Von Winterluft und Liebe leben geht einfach, wenn alle 10 Tage bester Ökostrom einfließt.

    …kurz darauf wird dieses Iglu Stromanschluss erhalten

    Hector is best in freezing winter-wonderland when charged regularly. Connected to my balcony plug, he is happy with ecologic electricity, keeping both batteries alive. Once spring kicks in, we will be ready to roll!

  • Die letzte Reise lang vorbei, die nächste in weiter Ferne… Winterzeit ist Arbeitszeit, und während ich Hectors Badezimmer aufrüste, zeige ich nach und nach einige Details aus seinem Innenleben.
    Herzstück ist das Wohnzimmer mit dem Lounge-Sofa, will sagen: wer braucht schon eine Sitzgruppe, wenn er eine Couch haben kann?!

    Winter time is working time, travels seem beyond reach. The standstill is fine for an update on Hector’s interior, with me working in the background and presenting the main facets in a blog series.
    Major piece inside is, of course, the lounge sofa: a dining booth with benches and a table is best when transformed into a huge couch!

    Lieblingsplatz für 1-2 Couchpotatoes und ausgestreckte Beine

    2018 habe ich sämtliche Polster neu skizziert, schäumen und beziehen lassen. Nun habe ich auf 1,85m Länge ein großes Sofa, das von drei Seiten mit bequemen Lehnen eingefasst ist und seitlich über einen Beistelltisch verfügt. Die schmalen, dunklen Polster-Teile lassen sich flexibel einsetzen und erweitern die Couch über die gesamte Länge auf 1,25m Breite, was als Gäste-Schlafzimmer seit Jahren bewährt ist.

    In 2018, I had all the upholstery redesigned, foamed and covered. I now have a large sofa measuring 1.85 m in length, which is framed by comfortable backrests and a side table. The dark upholstered sections are flexible enough to extend the sofa to a width of 1.25 m, turning the living area into a comfy guest bedroom.

  • Noch einmal raus, denke ich – fast egal wohin, Hauptsache Hector.

    Noch einmal los, denkt Hector – fast egal, wohin, Hauptsache Blick auf‘s Wasser.

    Wir sind uns also einig, den Stellplatz an der Isar in Bad Tölz auszuprobieren. Gerüchten zufolge ist es dort meist voll, aber Ende Oktober kommt außer uns bestimmt niemand auf die Idee, sich dort hinzustellen – oder?

    One more time, I think – no matter where, just Hector.

    One more time, says Hector – no matter where, as long as it’s got a view.

    Hence, we head for Bad Tölz, checking out if the camper parking is deserted by end of October.

    Nice Destination

    Ein gutes Dutzend Mobile steht bereits an der Uferpromenade, aber wir finden problemlos eine hübsche Parklücke. Bei 1,- EUR/Std. kommen wir mit 14,- EUR hin bis morgen früh, und die Zeitumstellung kostet nicht mal Aufpreis.

    Some vans and mobile homes are already parked, but it is easy to sneak into a nice spot directly at the river Isar. 14,- EUR make it legal until next morning, and the end of the summer time comes without extra charge.

    Zu kalt, um mit den Vorderrädern im Wasser zu baumeln. Trotzdem schön.

    Die historische Marktstraße ist hübsch, doch ich gehöre nicht zur passenden Zielgruppe. Aufi, Obbi, Eini = Rauf-Schlendern, Runter-Schlendern, Einkehren. Ich sammle Kraft in der deftigen Speisekarte für den anstehenden Aufstieg zum Kalvarienberg.

    I appreciate the main market street with shops, ice cream and a bit of a view. Still, I am beyond their peer group. Instead of souvenirs or sweets, I place my money on real food. An hour later, Bavarian energy (“roast beef with onions” is a half-hearted translation for the rural Zwiebelrostbraten on my plate) pushes me up to the Kalvarienberg.

    Next Stop: Kalvarienberg

    Ein idyllischer Aufstieg durch lichten Wald, schon liegt der Ort unter mir und die Ansammlung aus Kapelle, Doppelkirche und Ölberg / Golgathahügel vor mir. Als wäre das nicht beeindruckend genug, haben sie auch noch die Aussicht zum Karwendel obendrauf gepackt.

    The ascent through light forest is nice, the view towards the Alps is wonderful – and the collection of crucifixion sculptures ghastly. A very particular place…

    The View

    Die katholischen (Auf-)Bauten sind beeindruckend, malerisch, seltsam und verstörend. Die barocke Front: meisterhaft schön.

    Massive beauty on the outside of the church meets the clear, blue sky.

    impressing

    Im Inneren: wunderschöne Deckenmalerei, verstörende Grab-/Märtyrersymbolik. Weiter hinten und unten geht es in eine zweite Kirche, im gleichen Gebäude – aber das werde ich erst später herausfinden.

    Inside, a small passage leads from the first / main church into a second church-room. Being distracted by the painted ceiling, the contrasts of martyrs and beauty, heaven and hell and religion vs. tourism, I might have missed some details. Catholic churches often leave me unsettled, despite all decoration.

    contrasting

    Auf dem Hügel daneben sind überlebensgroße Kreuze mit leidenden Skulpturen aufgestellt. Auch wenn ich rational nachvollziehen kann, was es mit der Märtyrer-Geschichte auf sich hat, finde ich es befremdlich, die Qual der Kreuzigung so in Szene zu setzen. Einen Eindruck zeigt das recht distanzierte Foto, auf die Nahaufnahme verzichte ich an dieser Stelle.

    I wonder if the scenery is less terrifying for kids growing up with this, but deep down, I doubt it.

    Als ich das Gebäude weiter umrunde, kommt das Schmunzeln zurück. Diese Mauern haben es in sich: zwei ineinander verschachtelte Kirchen, Wohnhaus, Vorrats-/Technikraum und Garage. Das ist geradezu liebenswert-pragmatisch.

    Continuing my way around, I find pragmatism, or: from heaven down to earth. The building does not only contain two churches, but also home, cellar and an indoor carport.

    pragmatism

    Der Spaziergang auf den Hügel hat sich absolut gelohnt. Anfang November treten sich hier alle auf die Füße bei der großen Leonhardifahrt, aber heute geht es beschaulich zu.

    Next weekend, it will be crowded on the occasion of the leonhardi procession. I prefer being here today, with bright weather on a quiet afternoon.

    Peaceful, after all

    Den restlichen Nachmittag verbringe ich neben Hector in der Sonne. Wer weiß, wann es diesen Winter noch mal warm wird.

    Later, I spend sunny hours with Hector at the Isar – you never know when winter and summer mix up again in the upcoming months.

    lazy on a sunny afternoon

    Am Abend schlendere ich erneut nach Bad Tölz downtown, gut erkennbar am spitzen Kirchturm. Oberhalb davon befindet sich die Stadtverwaltung, deren Terrasse heute zur Sternwarte werden soll. Anlässlich der partiellen Mondfinsternis wurden drei Teleskope aufgestellt, die heute den Wolkenhimmel in aller Pracht zeigen. Zum Glück komme ich gerade rechtzeitig hinzu, als die Gruppe Interessierter in das Planetarium schlendert, wo das große Ereignis auf die Kuppel projiziert wird. Dank meines Wissens-Vorsprungs vom Mauna Kea kann ich dieses Mal allen Erläuterungen folgen, verzichte jedoch darauf, die Show zu übernehmen. Will ja nicht versehentlich den Flux-Kompensator beschädigen.

    It turns out to be the best evening for my inner physicist: the local observatory company offers free views on the partial lunar eclipse. Well, at least they offer splendid views on the clouds above Bad Tölz. Facing interested public and limited outside conditions, the universal experts lead us inside the planetarium for a projection of interstellar events. Thanks to the recent Mauna Kea experience, I understand the explanations and projected movements entirely – finally, all these years with my nerd-hobby pay off.

    Fluxkompensator / Planetarium

    Nach der Vorführung ist es immer noch bewölkt und eigentlich zu früh, um schon heimzugehen. Ich mache mich auf, das Abend- und Nachtleben zu erkunden, und lande 20 Minuten später auf Hectors Couch. Wenn die hier was können, dann Bürgersteige hochklappen.

    When the show ends, the sky is still cloudy, so I leave the observation offers behind and look for Bad Tölz’s nightlife. Twenty minutes later, I am back on Hector’s lounge sofa, stunned by the black hole of local options. This place is pretty nice for a day, knowing that I will get back to a real city with real life the very next day.

    then at night

    Am nächsten Morgen erwische ich noch einen Rest Sonnenaufgang, bevor ich zurück in die Großstadt fahre. Wer denkt, München sei ein Dorf (wenngleich hübsch), war noch nicht in Bad Tölz. Der Wochenend-Ausflug war jedenfalls wundervoll und ich kann verstehen, dass der Camping-Stellplatz mit rd. 50 Mobilen auch im Herbst noch recht voll ist.

    Long night, deep sleep, a typical Hector phenomenon. When I wake up, I catch the last glimpse of a colourful sunrise. The camper parking is not crowded, yet the current number of ca. 50 camping cars cover most of the space – even in late autumn. Hector is fine with our end-of-season trip, and so am I.


  • Sorgfältig geplante Spontaneität ist mein Spezialgebiet, doch manchmal rinnen einem die Vorhaben durch die Finger wie die Körner in der Sanduhr. 2023 ist so ein Jahr: es fing gut an mit dem Trip nach Hawaii, wurde dann doch kein Surf-Urlaub und hat sich dennoch gelohnt. Dann opferte ich den Münchner Sommer dem Luxemburger Projekt, zudem verschob ich die Herbst-Urlaubspläne auf irgendwann. Dann kam die Wiesn, hoch erfreut gestartet, viel zu früh ausgebremst. Wer schon mal längere Zeit keine Stimme hatte, verliert jedes Interesse an Schweige-Gelübden. Was mir zunehmend fehlt, ist mein aktives Leben voller Hobbies, Freunde, Sport und Reisen.

    Thorough spontaneity, that is so me! It is only sometimes that life does not develop as planned. Starting great with Hawaii, then with a certain lack of surfing – worth it nonetheless. Then Luxembourg takes over, with an interesting city to explore, but keeping me busy way too much. Then Oktoberfest, just slightly – before health-issues took over, being nothing to talk about. As months go by, I detect that I have come to miss a lot of hiking, hobbies, friends and sports. Not to mention holidays.


    Gefühlt sitze ich seit Monaten auf der Couch oder am Luxemburger Schreibtisch, war seit Jahren nicht richtig im Urlaub und Hector steht auch die meiste Zeit. Noch dazu fehlen die Feiern, die Kultur, die Konzerte und das Tanzen.

    It seems like ages that I combine duty and convalescence, far from long-lasting holidays, cultural life and other festivities.


    Tatsächlich ist es halb so wild: Swing-Tanz am Dianatempel, Tollwood, Bigband-Konzerte und auch ein bisschen Wiesn-Zauber.

    In fact, I have been dancing a lot at the Dianatempel / Munich. I have been to some festivals, enjoyed big band concerts and soaked in the atmosphere of the Oktoberfest.


    Und auch Hector ist herumgekommen: Regensburg,…

    Despite having cancelled more than one trip this year, Hector has been around quite a bit: Regensburg…


    … Hamburg …


    … und fast fünf Tage im französischen Jura. Gut, keine Wellen, keine neuen Länder und kein Party-Wochenende in Lorsch. Finde ich genauso blöd wie Hector, ist aber nicht zu ändern. Wir bereiten uns nun von langer Hand auf das Reisejahr 2024 vor, und wir werden die Herausforderung ernst nehmen!

    … and almost five days in Jura / France. Still missing Atlantic waves, no new states to explore and (just lately) no party-weekend at Lorsch. Disappointing, for sure. On the other hand, best is to look forward: to the next big travel year, to 2024!

  • Jetzt bin ich schon den 4. Tag im Urlaub und immer noch müde. Dabei habe ich ordentlich Abstand zur Arbeit, insgesamt fahre ich binnen fünf Tagen 1.200 km, das muss doch helfen?! Ich blicke auf das vorbeiziehende Wasser der Loue und überlege, wie sich das Jura in zukünftige Reiserouten einbauen lässt, mit zusätzlicher Zeit für Action und Genuss.

    Fourth day of micro-holidays and, despite the distance to my job (>500km), I wake up tired every morning. I watch the waters pass by, all down the Loue, and sketch plans: With slight changes in my travel route, the Jura region might be a wonderful stop between Munich and the Atlantic ocean.

    Riverside Pitch

    Der Woka-Camping Radeliers ist modern, entspannt und wie gemacht für einen Grill-Abend. Nachdem das Restaurant auf der anderen Straßenseite keinen Tisch mehr für mich hatte, geschieht es ihnen nur recht, wenn sie im Rauch meines angekokelten Grillkäses sitzen.

    Before I will get back to work, I enjoy the evening at Woka Camping Radeliers. Relaxed, open, comfy – perfect for delicious BBQ. I learn about the stickiness of barbecue cheese and the restaurant next door learns about consequences (fully booked for days, don’t they know that they should always hold back some seats for spontaneous campers?). However, after a while the tasty smoke of burnt cheese disperses in mild summer air.

    Je nach Wasserqualität lädt der Fluss ein zu Kajak-Touren, doch dafür fehlt mir Zeit und Muße. Für heute bin neugierig, was der Ort Port-Lesney noch so bietet und schlendere los.

    The Loue is known for kayak trips, but due to a lack of time (and, currently, low water quality), I skip it. Instead, I stroll around the street of Port-Lesney, checking out what if offers.

    Port-Lesney, Church

    Zehn Minuten später kenne ich mich aus: Der Ort bietet eine Kirche (verschlossen), ein Café-Restaurant (nur wochenends geöffnet, zu ausgewählten Stunden), das bereits erwähnte Restaurant sowie ein-einhalb Brücken. Dazu ein Dutzend stille Wohnhäuser und eine kaum befahrene Durchfahrtstraße.

    Ten minutes is all it takes to detect the highlights of the village. A church (closed up), a café/restaurant (open two days per week for few hours), the fully booked restaurant and one-and-a-half bridges. Add a dozen houses and you see the full picture.

    Avignon look-alike

    Müsste ich morgen nicht schon zurück nach Luxemburg, ich könnte hier gut und gern 1-2 Tage herumhängen und irrsinnig viel NICHTS tun. Eines Tages, wenn ich meine Work-Life-Balance besser im Griff habe, komme ich zurück und mache das.

    It would be the perfect spot for doing NOTHING over days. One fine day, I will come back and celebrate that – but before that, I will need to go back to work…

  • Und dann kommt der Tag, an dem ich Aufpreis dafür zahle, fremden, männlichen Campern so nah wie möglich zu kommen… Zudem habe ich mir einen Campingplatz neben einem kleinen Waldsee gesichert, insgesamt also beste Voraussetzungen für romantisches Baden im Abendlicht – oder nicht??

    One fine day, I give in to an extra fee, bringing me as close to foreign male campers as possible. The setting includes a hidden lake right around the corner; hence: Expect nothing less than a romantic swim in golden light before sinking into strong arms. Life is all about expectations, right?!

    Expectation

    Die Gegend hier besticht durch unzählige Flüsse, Wasserfälle und kleine Seen, Bademöglichkeiten zuhauf. Ausgerechnet neben der Ausnahme, dem Lac de Bonlieu (Baden verboten und auch nicht reizvoll), steht Hector auf dem Camping de l’Abbey. Genauer: auf dem PMR-Platz. Was ich für eine Abkürzung „mit Strom“ hielt, bezeichnet in echt „Personnes de Mobilité reduite“, ich stehe also auf dem Behindertenplatz. Neben dem Aufpreis und dem in absurden 2m Böschungs-Höhe angebrachten Stromanschluss ist der größte Vorteil die Nähe zur Herrentoilette. Drei Meter von der Parzelle zum Urinal, das ganze bei top Akustik, ich bin ein Glückspilz. Der Campingplatz ist ausgebucht und die Platzleitung reagiert auf meinen Wechsel-Wunsch freundlich, aber unnachgiebig (und maximal unerfahren, aber das ist eine andere Geschichte). Kurz gesagt, meine Motivation, den Nachmittag am Campingplatz zu verbringen, ist ebenerdig.

    Having umpteen rivers, waterfalls and lakes around, I have managed to choose the only campsite situated at a non-swimming-lake. Still, I can top it: my reserved pitch turns out in short distance to the men’s toilets – obviously, PMR is not the abbreviation for electricity, but rather for the handicapped. The next two days, I focus more than ever on sparkling Hector, aiming to avoid the sneak preview to the other side…

    I preferred the Belvedere at Pupillin

    Ich suche nach Alternativen für den Nachmittag: 30°C, sonnig –  die kommende Stunde suche ich vergeblich einen Parkplatz ohne Höhenbegrenzung, der noch nicht vollständig belegt ist. So schön es hier ist, die Gegend bietet auffallend wenig Badezugänge / Parkplätze und Mittelstreifen.

    Seeking alternatives for the afternoon, I am lost in mainstream-destinations. Given the sunny 30°C, I am not the first one looking for a parking slot. In fact, this region is more about nature and less about accessible beaches or central strip roads.

    Rough Region

    Ich habe heute kein Bikini-Karma. Stattdessen parke ich entspannt beim Pic de l’Aigle und ergänze meinen Mikro-Urlaub um eine Mikro-Wanderung. Knapp 15 Minuten genieße ich Schotterwege, Waldwege, Serpentinen, Steinstufen und kraxlige Felsen, schon bin ich oben und blicke auf das türkisfarbene Wasser des Lac d’Ilay. Von hier aus könnte ich ein wenig weiter wandern und käme bis zum Belvedere des 3 Lacs, aber das finde ich erst später heraus.

    Instead of a dive , I go for a hike: You can take it slow (or you can be me) and enjoy the paths, the rocks and the steps all op to the Pic de l’Aigle. 15-30 minutes is all it takes, then the Lac d’Ilay lays at my feet. It looks untouched, mostly surrounded by trees and grass, all peaceful.

    Up for a Hike
    Lac d’Ilay

    Am nächsten Tag lasse ich den ungeliebten Campingplatz hinter mir und finde fast auf Anhieb, was ich suche: einen großen Parkplatz für Hector und einen türkisfarbenen See für mich. Ich packe Kaffee und Frühstück ein und spaziere zum Ufer des Lac de Narlay. Den kleinen Bootssteg lasse ich links liegen und gehe stattdessen zum gleichnamigen Campingplatz, nur, falls das zukünftig auch dem kleinen Hector gefallen könnte.

    Wondering if Hector might like it here…

    The next day rewards me with a whole bundle of Jura’s specialties: I grab a cup of coffee + the last tartelettes and leave Hector on the central parking at The Coin d’en Haut, a mere 1.000m from Lac de Narlay. I walk down to the lake and decide for the “Camping Lac de Narlay” – not for a stay, but for their rocky plateau at the shore.

    All set for Breakfast

    Die dünne Wolkenschicht dämpft die Stimmung der Fotos, ist der meinen aber umso zuträglicher: Es ist nicht zu heiß, sondern perfekt für ein ausgedehntes Frühstück, ein gutes Buch und einen Sprung in das verlockende Türkis. Dank Feld-Wald-Wiesen-Umgebung vergesse ich die Zeit, die Arbeit und den Rest.

    Relaxed

    Light clouds lead to shady pictures, but are just perfect for me: With the tiniest bit of sunscreen, I enjoy my coffee, a long breakfast and a good book. The turquoise temptation is refreshing without being cold, while cliffs invite the daring ones to jump in with a splash. A great place to forget about time and work!

  • Falling for Waterfalls

    „Wildswimming Frankreich“, das Buch hat mich hierher gelockt. Genauer: die Bilder von den Cascades du Hérisson.

    “Wildswimming France”, that has been the initial spark for my Jura-micro holidays. The book is full of ideas, where to jump into a river, a lake or anything in between, such as waterfalls.

    Gravity

    Der erste Wasserfall ist ein Hochstapler mit wenig Wasser, und doch mag ich es hier: keine Absperrung, keine Park Ranger, kein Eintritt. Je nach Schuhwerk kann jeder seine bevorzugte Perspektive einnehmen, ob von oben oder lieber hinter dem Wasserfall-Vorhang.

    The path along the waterfalls is the touristic highlight around here. It starts with a high, but thin intro. What I like best is the free access: no entrance fee, no barriers – you can easily walk behind the waterfall and choose your preferred perspective.

    down under / behind / wherever you prefer

    Die Wanderung entlang der Wasserfälle und Gumpen ist das Highlight der Region, und es lohnt sich. Nach dem ersten Wasserfall taucht der Weg ein in lichten Laubwald, es wird mit jedem Schritt zauberhafter.

    From here, the route leads to a light forest. Guess 9:30 a.m. is too little too late for flying elves, yet the surrounding enfolds it’s charm.

    enchanting

    Von einer historischen Mühle stehen nur noch Grundmauern, aber auch das passt hier gut rein.

    Leftovers from a historic mill tell the story of ancient times, when tourism was a luxury for royals only.

    Leftovers

    Ich wandere weiter, noch ist es recht leer um mich herum. Was für eine wundervolle Gegend das ist! Wasser und Wein sind beide gleichermaßen lohnenswert in diesem Zipfel Frankreichs.

    At this hour, few people follow the path through this picturesque landscape. Obviously, water and wine are both worth a trip in this Eastern corner of France.

    All about Perspectives

    Die Wasserfälle und Gumpen sind südwestlich ausgerichtet, die wenigen Meter mit tieferem Gewässer liegen noch im Schatten. Ich entscheide mich für das Nächstgelegene und laufe ein wenig über’s Wasser, soll mein Bikini sich ruhig mal langweilen!

    The waterfalls face West and their water basins are shady during morning hours. Consequently, I ignore the bikinis in my backpack, and decide to walk on the wet surface for a change.

    Swim another day

    Wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin, probiere ich es Nachmittags. Außerdem passen meine rosa Badeschuhe bestimmt prima in die Gegend, die Flusskiesel sind nämlich sehr spitz.

    Mental note to myself: next time, I will choose a sunny afternoon and get more into swimming. And, despite the massage effect of the rough pebbles, it might be a good idea to add pink swimming shoes to the picture.

    Inzwischen kommen minütlich mehr Touristen entlang des Wegs. Zudem werden die Pfade flussabwärts immer rutschiger, das Ausweichen wird kompliziert. Egal, was der Fluss noch an Kaskaden zu bieten hat, die magische Stimmung der ersten Stunden lässt nach. Ich wandere zurück und gönne mir ein köstliches Mittagessen in der Auberge du Hérisson.

    Meanwhile, more and more tourists, groups of tourists and families shuffle in. The peaceful atmosphere of the first hours fades, so I change my focus, heading for lunch at the Auberge du Hérisson. Someday, I will come back to soak in the light and the fairytale scenery once again.