Die Seeluft riecht fast schon französisch, dabei sind wir noch zwei Stunden entfernt von der Grenze. Hector sucht sich sein Lieblingsplätzchen auf dem Campingplatz bei Somo, mit Blick auf Santander. Die große Bucht verspricht einmal mehr feinste Surf-Wellen, schließlich will ich das noch auskosten, bevor ich Spanien hinter mir lasse.
Hector continues his favourite-spot-route and settles down at bay of Somo, views on Santander included. Me, I am keen on another round of well-sorted waves, knowing that the French sea will present rougher material.

Die Menschenmenge am Strand zeigt mir, was 6 Wochen und besseres Wetter ausmachen können. Es geht zu wie an der Riviera, nur ohne Strandliegen.
The place has developed significantly over time: what has been fairly deserted a mere six weeks ago is now almost crowded.


Auch der Campingplatz läuft Samstag Abend zu Hochform auf: spanische Familien kommen zusammen, häufig mit 2-3 Fahrzeugen pro Stellplatz, und dazwischen wird den ganzen Tag gegrillt und gekocht. Als ich nachfrage, erfahre ich, dass sie fast jedes Wochenende für ein bis zwei Nächte ans Meer fahren – Riesenaufwand, aber gefühlt jede Woche ein kleiner Urlaub.
Hector has been lucky to catch a good spot, while later the entire campsite is full of cars and campers. Clans and families gather together, often with 2-3 vehicles per camping spot. Meanwhile, my Spanish is fluent enough to ask questions: How do they manage the full-comfort-setup with barbecue, kids feeding and surfing? Condensed micro-holidays pressed between working weeks with quite an effort, but, due to the parents, all worth it.

Trotz des Trubels bleibt genug Platz in den Wellen, also gehe ich schon mal eine kleine Runde surfen. Nur blöd, dass ich auf dem Weg zum Strand eine Bodenvertiefung übersehe und plötzlich nur noch humpeln kann… Tränen wegblinzeln, durchatmen, trotzdem surfen.
As Somo is not the Côte d’Azur, there is still enough space for my surfboard among others. And yet, here and now my flow breaks. Two centimetres of a dent in the ground is enough for an injured leg. Once I fight back tears of pain, I decide to keep going and manage a small surf session nonetheless.

So ganz geschmeidig sind meine Bewegungen nicht mehr, jedenfalls habe ich eine halbe Stunde später auch noch ein paar Kratzer und blaue Flecken an den Beinen…
Obviously, hurting body parts come with negative impacts on flexible movements. After weeks of steady surfing, I start to collect bruises and scratches.


Ich lasse alles über Nacht ausheilen und werfe unterstützend eine Ibu ein. Am nächsten Morgen nutze ich den leeren Strand, um mich gründlich aufzuwärmen und ausgiebig eine Welle nach der nächsten zu reiten. Dumm nur, dass ich mir kurz nach Beginn auch noch die Schulter verreiße und einsehen muss: Diese Runde entscheidet das Meer für sich.
A good night of sleep and an “ibu 400” pill should be enough to start over on an empty beach. I am looking forward to wonderful surf experience, when a small wave pushes me off the board, bending my shoulder out of it’s comfort zone. Turns out that this time, the sea strikes and the loser takes all the pain.

Natürlich hofft der optimistische Teil in mir auf eine Blitzheilung bis zum nächsten Morgen. Wäre auch angeraten, schließlich bin ich mit meinem Surfbuddy verabredet.
I refuse to let go of optimism, counting on proper healing until the next morning. Sure enough, I do not want to question the upcoming appointment with my surf-buddy!

Am nächsten Tag steht fest: Surfing fällt aus, Frustshopping gewinnt. Später werden sich meine Nichte + meine Schwägerin über die Southwest-Pullover freuen, die hieraus hervorgehen, das bringt hoffentlich Karma-Punkte. Die kann ich gut brauchen, denn wie sich herausstellen wird, habe ich mir nicht nur meine chronische Problemschulter getriggert, sondern auch einen Oberschenkelmuskel abgerissen. Es ist also völlig offen, ob ich mich dieses Jahr (jemals??) noch mal auf ein Surfbrett stellen kann…
I wake up and realize that I can hardly move. Legs and arms are stiff, every movement hurts and I have no choice but to cancel the common surf session. Aiming to re-arrange my dopamine, I decide to head for the surf outlet at Hossegor, as everyone knows that shopping cures frustration. If I had known today what I will learn weeks later, I would have compensated my ragged hamstring even more…
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