Wenn schon ohne Hector, dann over the top. Roof-top, um genau zu sein. Während die beste Fiat-Werkstatt Hector aufpäppelt, genieße ich Sonne mit Wind (viel Wind) über den Dächern Catanias.
Andy knows how to Air-BnB
Traveling without Hector is best when exaggerating: while my best van is in Fiat-garage-care, I soak in the views and the wind on our rooftop terrace.
Exzellentes Timing: Während München eiskaltes Novemberwetter probt, lande ich in Palermo. Eine ganze Woche folge ich meiner Schwester zu ihren Lieblingsbuchten im Norden Siziliens.
While Munich welcomes November weather, I prove excellent timing qualities when flying to Sicily. For a full week, I follow my sister to her favorite bays around Scopello.
Say hello to the sea
Auch wenn wir die Insel mit den Mücken teilen, so ein Zweiturlaub im Jahr lohnt sich. Muss man ja erst mal rausfinden…
Even though we share the island with the mosquitoes, I worship the second holiday trip of the year. Guess I will stick to this as general concept from now on.
Unterwegs ist der tollste Bus der Welt unschlagbar, und er bringt mich immer sicher zurück nach Hause. Doch dieses Jahr bekommen ihm die Erholungsphasen nicht (trotz regelmäßiger Bewegung): zwei Monate nach unserer Rückkehr ist Hector vorrübergehend außer Betrieb. Die neue Batterie (eingebaut im April) ist schon wieder hinüber, obwohl die Lichtmaschine bei jeder Messung Strom liefert. Das passt wiederum nicht zu den Fehlermeldungen und Stromausfällen, die beide Stromkreisläufe zunehmend häufig melden. Auch der Schmorgeruch bleibt ein Rätsel, wenngleich ein wiederkehrendes.
The most wonderful van, aka Hector, is reliable as a rock when being on track. Not once has he let me down across Europe, and I am grateful for that. Now, at home for two months, he is out of order: The new battery (built-in in April) is already damaged, the alternator delivers energy whenever tested, yet both batteries show error messages every so often. On top, there is a smell of something charred…
rotes Licht bedeutet selten was Gutes…
Mit freundlicher Unterstützung des ADAC steht Hector nun bei der top-Fiat-Werkstatt im Münchner Umland. Trotz der fragwürdigen Test-Ergebnisse steht eine neue Lichtmaschine an, und wohl auch eine weitere Motor-Batterie. Hoffen wir, dass die Zahlen in EUR deutlich geringer ausfallen aus die gefahrenen km unserer Grand Tour…
Hope for the best means: Hector is parked at my favourite Fiat garage and will get a new alternator. And another new car battery. I keep my fingers crossed that the amount of EUR will be significantly below the amount of kilometres of our Grand Tour 🤞
Super-Reise! Mit geplanten Eckpunkten und flexibel zwischendrin finde ich den perfekten Mix aus Bewegung und Erholung. Viel Regen nutze ich für Luxus-Lounge-Sofa-Zeiten, Sonnenstunden für alles, was draußen noch schöner ist.
Die gesamte Tour war hervorragend geplant und noch besser in der Ausführung. Ich habe wunderbare Orte kennen gelernt, alte und neue Reisefreunde getroffen und mein Surf-Level heruntergeschraubt. Hector hat die ganze Zeit über tadellos funktioniert und der Kühlschrank meistens auch.
Great trip! The combination of few planned destinations plus loads of spontaneity works out just fine. Rainy hours are best for my luxury lounge-sofa, while sunny portions welcome any outdoor-action. All over the tour, Hector is reliable as a rock – best van ever!
…see?!
Manchmal bleibe ich für mich und genieße die Ruhe, die Landschaft und unzählige Bücher. Gelegentlich unterhalte ich mich mit Einheimischen, noch häufiger lerne ich andere Reisende kennen. In Woche 7 kommt Linda hinzu, ich genieße alle Varianten.
I take it as it comes, sometimes all by myself and in other times in delightful company. Then, in week seven, Linda joins me for common days at the beaches of the Côte d’Azur.
Frankreichs Außenkanten = irrsinnig viel schöne Küste
Der erste Abschnitt der Route führt geradewegs nach Westen, mit einer Übernachtung am Lac du Der.
My first day leads my straight West, with an overnight stop at Lac du Der.
Straight on
Es ist kein Zufall, dass mitten im Nirgendwo ein riesiger See liegt: 1966 begann der Bau, um in einer öden Region (wer hat je von der Champagne gehört?) ein Erholungs- und Feriengebiet zu etablieren. Der Campingplatz „Presqu’Île de Champaubert“ empfängt mich freundlich, Ende April geht es hier ruhig zu. Für große Kulinarik sind andere Orte der Champagne besser, aber die Aussicht und Ruhe (sowie ein wenig Bewegung rund um den See) sind perfekt für meinen Zwischenstopp.
The lake in the middle of nowhere is beyond accident: artificially built in 1966, it is meant to push tourism in a not-so-prospering region (as if no-one ever heard of the Champagne…). Camping “Presqu’île de Champaubert” is nice and – end of April – calm. While other villages might be better off with fancy restaurants, the lake is a nice milestone, half-way between Germany and the shore.
Suitable for the first evening in France
Dann endlich: Meer sehen! Der Camping de Reneville in Fécamp verteilt seine Stellplätze entlang eines Serpentinen-Wegs, mit wunderbarem Meerblick. Ein wunderbarer Ort, um die eigentliche Reise entlang der Ränder Frankreichs zu starten.
Eventually, I reach the sea and soak in the views offered at Camping de Reneville, Fécamp. Spreckled along a serpentine road, each pitch comes with the lookout from the harbour to the cliffs, and from the beach to the off-shore wind-park.
Camping with a wide view: Fécamp
Am Rand von Fécamp stehen die höchsten Steinklippen der Normandie, die sich für Wanderungen anbieten. Das Städtchen selbst ist unaufgeregt und auch angemessen hübsch, besonders die schöne Klosterkirche im Zentrum. Vom Nachmittag bis Sonnenuntergang bietet sich die Strandpromenade an, die mit verschiedenen Lokalen und warmer Betonmauer (gespeicherte Wärme bis Sonnenuntergang) einlädt.
Fécamp itself is a good start into the Normandie, with the big church (part of a monastery) being the local highlight. Once done with the appropriate sightseeing, I get a drink at the beach promenade and wait for sunset at the pebbles-beach.
Zwischen der Normandie und der Bretagne liegt der Mont St. Michel. Kurz vor einem 30-Stunden-Dauerregen-Guss mache ich schnell ein Foto, dann ziehe ich weiter.
My time in the Normandie is limited, as I get (once more) attracted by the Bretagne. Half way to it lies the famous Mont St. Michel, always good for a quick picture.
Mont St. Michel
Als ich das nächste Mal den Blick auf die Welt richte, bin ich bereits in Erquy. Der Campingplatz von yelloh!-Village ist komfortabel und einigermaßen ruhig, solange man einen großen Bogen um den Kinder-Pool macht. Wichtiger ist der etwas versteckt gelegene Hinterausgang, durch den man in wenigen Minuten an die Küste kommt. Jeder Meter entlang der Wander- und Radwege rund um die Halbinsel ist zauberhaft, egal, ob man gerade auf weite Strandbuchten oder schroffe Felsen blickt.
After a full day of rain, I get out of my van, now parked in Erquy. From the back-door of the local yelloh!-campsite, it is only a five-minutes-walk down to the next beach. The peninsula and small town of Erquy is best explored with hiking shoes or by bike, accompanied by glorious lookouts every so often.
…and this beauty lies in the backyard of the yelloh! campsite Erquy…Watch your Step
Dieses Jahr habe ich einen Lauf: ich finde die schönsten Orte der bretonischen Nordküste! Von Erquy aus mache ich einen Abstecher zum Cap Fréhel und dem Fort la Latte.
I continue with more of the most spectacular spots of Bretagne’s North shore, passing by Cap Fréhel and the old fortress “Fort la Latte”.
…ob es vor ein paar hundert Jahren hier auch so ordentlich aussah??
Gelegentlich gibt es kostenlose Führungen, in denen man viel über die Geschichte der Festung lernen kann. Allerdings müsste man dafür teilnehmen… Ich agiere lieber antizyklisch und erklimme das Dach des Aussichtsturms, während alle anderen sich um den örtlichen Erzähler scharen.
I climb on top of the lookout tower while all other visitors are listening to the guy that offers a free guided tour. Guess I rather look for adventure than full knowledge.
Perfect Setting
Später führt mich mein Weg nach Trégastel, wo der alte Zöllnerpfad auch die letzten müden Füße ans Meer lockt.
My route continues from Cap Fréhel to Trégastel with the old „Sentier de Douaniers”, a historic path that has become sort of a hiking-highway along the coastline.
Following the Sentier de Douaniers
Verglichen mit den übrigen Orten der Bretagne ist das hier Anfang Mai schon ein Touri-Hot Spot, und das zu recht. Der Phare de Mean Ruz ist genauso ansehnlich wie die zufälligen Gesteinsformationen entlang des Wegs, dazu das knallblaue Meer – klar will hier jeder hin. Egal, ob mit oder ohne Didi-Hallervorden-Schloss.
It is no wonder that some crowds gather around here already in the beginning of May, as it is really a wonderful walk. Not only the unexpected forms of red rocks, but also the beacon “Phare de Mean Ruz” are worth a good hour promenade.
Phare de Mean Ruz
Leuchttürme gibt es in der Bretagne wie Sand am Meer. Rund um Le Conquet haben sich gleich fünf Stück angesammelt. Selbst wenn es Bindfäden regnet, lohnt sich der ein oder andere Ausflug bis ran ans tosende Meer – die Gegend bekommt dann eine raue, fast schon unheimliche Atmosphäre.
Focus on beacons is easy in the Bretagne, with five of them spread around Le Conquet. They are even worth a visit on a rainy afternoon, thanks to the eerie setting.
Le Conquet, wo ich den umtriebigen Geist eines alten Fischers traf…
Die Kombination aus schlankem Bus (Hector) und Fahrrädern bewährt sich jeden Tag aufs Neue. Die Gummi-Stiefeletten übrigens auch, besonders in den ersten fünf Wochen… Viel wichtiger ist aber, dass es irgendwie immer weiter geht, jedes Ziel und jeder Weg eine Möglichkeit.
Every day confirms that Hector is just perfect: slim when it is about tiny roads, and huge regarding tons of equipment. These days, the bikes and the jogging shoes are just as important as my rubber boots.
Hector und ich kommen überall hin!
Während ich in Lo Conquet noch überlege, ob ich trotz Misch-Wetter mein Surfboard ins Meer werfen soll, wird es bei Camaret konkret.
Having hesitated about surfing at the beach of Le Conquet, I now get into action with my board around Camaret.
Einsame Strände bei Le Conquet – wäre sicher anders, wenn der Campingplatz nicht so heruntergekommen wäre…
Vorher aber steht der Phare du Petit Minou auf meiner Liste. Mit ausgefeilter Planung hätte ich ihn im Abendlicht erwischen können – dann hätte ich aber nicht den netten Fotografen mit seinem lustigen Hund getroffen, und überhaupt ist es hier auch tagsüber hübsch.
Before I get there, there is one more lighthouse to be checked: although I miss the Phare du Petit Minou coloured in sunset, I find it almost deserted (except for a photographer and his wonder-dog) and still worth it during morning hours.
Bilderbuchgegend
Ich lerne, dass man nicht alles planen kann. Eine Freundin sagt: Surfen macht demütig, weil das Meer jeden Tag anders ist, mit eigener Dynamik, und nicht unseren Zielvorgaben folgt. Die ersten brauchbaren Wellen machen mich euphorisch, die übrigen Tage ist es eher mau – aber ich habe ja noch ein paar Surf-Orte vor mir.
It turns out that having surfed the Westcoast of the Bretagne does not mean that I can do a simple re-run. The sea and the waves are, just like everybody, every day a bit different. Even a good start is no guarantee for improved surfing throughout the rest of the week (or the rest of the holiday time), and the sea is oblivious to my desires.
Obstacles in my way…
Mit oder ohne Wellen, ich genieße einige Tage umgeben von Surf-Spirit und Freunden aus Hamburg. Ebbe und flaches Wasser laden außerdem zum Joggen ein, dazu komme ich eh viel zu selten.
Still, there is much to enjoy here – especially as I meet friends and good weather. With yoga, jogging and barbecue, a full week passes by before I move on.
Easy, having a good time when surrounded by friends. Not to mention the huge bay…
Man kann auch einfach aufs Meer sehen und träumen – ausreichend innere Ruhe vorausgesetzt…
Whenever I get back to my favourite bays, I can easily soak in the view and it is all fine. Guess any sculptor of this landscape was good at meditation…
Meditations-Steilklippen, wenn man so will
Bevor ich die Bretagne hinter mir lasse, stelle ich mich für eine Nacht auf den Parkplatz an der Pointe de la Torche. Raue See, jagende Wolken und aufgewühltes Meer sind hier so passend, dass ich froh bin, keinen Schönwetter-Tag erwischt zu haben.
Before leaving the Bretagne behind, I spend a night at the parking of Pointe de la Torche. With the rough sea and chasing clouds, I am happy to have caught such a mixed-up weather day, suiting this point so well.
die rauen Seiten der Bretagne
Licht, Wolken und Wind zeigen sich am südwestlichsten Punkt der Gegend äußerst variabel. Sobald der Himmel ein bisschen aufreißt, werden die Farben kräftiger und die Weite heller. Auch die Flechten und sonstigen Tupfen auf den Steinen des alten Hünengrabs wirken beinahe fröhlich.
The sky is constantly changing, as are the winds and the waves. Even the ancient tomb-stones turn from dark to neatly-spotted, once that the sun sheds some light on the scenery.
Als ich bei Royan über die Gironde nach Soulac-sur-Mer übersetze, habe ich zwar 30 Stunden Dauerregen hinter mir, darf mich fortan aber immer häufiger über sonnige Stunden freuen.
After 30 hours of rain, rain and more rain, I cross the Gironde and leave Royan and it’s dark clouds behind.
Gummistiefel = angemessen
Soulac kannte ich noch gar nicht und bin überrascht, wie ansprechend der Ort ist. Sie haben hier eine eigene, irgendwie lustige Architektur entwickelt: den Neu-Kolonialstil oder so ähnlich.
Soulac is another one of my new-found locations. I tend to like the small city with it’s assortment of shops as well as their particular architecture.
Nur die Sache mit dem Sand läuft nicht so gut: Früher hatten sie so viel, dass die Kirche darunter begraben war – jetzt frisst sich das Meer immer weiter in die Landzunge hinein. Coolster Männer-Traumjob hier: Sandschubsen am Strand in großen, gelben Lkws… Die vielen Bunker, die noch aus dem zweiten Weltkrieg übrig sind, befinden sich nur noch teilweise an Land. Die im hellen sind verschönert, die im dunklen (Wasser) sieht man nicht.
They have quite a history here in their struggle with sea & sands. While the church had been buried beneath tons of sans in former centuries, they now lose metres of their beach every year. Trucks re-arrange parts of the beach, offering jobs that might be close to the work of Sisyphus. Due to the moving shore, a high percentage of the bunkers (leftovers from second world war) are now covered by the sea.
Eines Nachmittags gönne ich mir einen Surfkurs. Bei Fish and Twins bemühe ich mich nach Kräften, das große Foamie-Board mit Leichtigkeit in die Wellen zu bringen – und scheitere. Ungefähr hier beschließe ich, meinen Surf-Versuchen 2024 den Titel „Schöner Scheitern“ zu verleihen. Acht Jahre nach meinem ersten Surfkurs (Vincent’s Alternative Surf School, Vieux-Boucau) nennt mich der heutige Coach “Beginner”. Es kratzt überhaupt nicht an meiner Ehre, wo ich doch eh schon Schwierigkeiten habe, jemanden mit dem Aussehen des jungen George Michael ernst zu nehmen – zumal sie hier (nomen est omen) im eineiigen Doppelpack auflaufen. Ich lasse es für den Moment gut sein und genieße lieber ein paar Sonnenuntergänge.
My surf lesson with Fish and Twins brings me more down to earth than anything. Lucky me, the surf coach calling me a beginner looks like a remake of George Micheal in his younger years – let alone the fact that he comes together with an identical brother. Because of their boy-group-like looks, I find it hard to take the whole lesson serious, although they really know what to do and how to motivate people (well: anyone but me, that is). I rather focus on sunset and hope for better surfing in the near future.
Mein nächster Halt ist Moliets-et-Maa. Endloser Strand, manchmal in einem Bereich surfbar, jedoch bietet das Meer heute kein gutes Wellen-Material. Die Luft ist dafür umso besser, nämlich kühl genug für ausgiebige Lesestunden im Sand.
Further South, I spend a night at Moliets-et-Maa. Weather conditions are best for relaxed hours at the beach, fine for reading as well as sun-dancing. I am positive that some day, this will pay off at last.
Endless Beach in Moliets-et-Maa
Am Folgetag zieht es mich einen Katzensprung weiter, zu den Ursprüngen meiner Wellen-Sehnsucht. Anders als in früheren Jahren ist Vieux-Boucau jetzt schon im Mai voller Camping-Familien, und alle surfen besser als ich. Ich überlege, ob es am Bikini liegt. Oder am Neoprenanzug. Ach nee, das Surfboard ist bestimmt schuld – kaufe ich mir in Hossegor also ein Neues.
Back to the roots means getting back to Vieux-Boucau. In early Hector-years, I have started surfing right here and at least a bit talented (then, back in my youth…). What used to be a half-deserted campsite some years ago, is now full of German families, all of them more skilled on their boards than me. Figuring out that it is all about material, I take advantage of the Hossegor outlet shops and come up with a new surf board.
Das Beste an meinem neuen Board ist der Motivations-Anstieg: Fortan zieht es mich regelmäßig ins Wasser, ganz unabhängig davon, ob die Wellen was können oder nur vor sich hindümpeln. Jeden Tag auf’s Neue will ich herausfinden, ob ich mich mit dem 7.8-Fuß-Epoxy-Fieberglas Brett im Malibu-Stil wohlfühle, und jeden Tag lautet die Antwort: ja, und wie! Ganz nebenbei ist der viele Wassersport der Wendepunkt zur Wiedererlangung meiner Fitness – also, ein Hoch auf die Shopping-Exzesse im Outlet von Hossegor!
The shopping excess leads to an immediate improvement in my motivation: no matter how bad the waves or my performance, I keep on trying every day. The brand-new 7.8 malibu board marks the turning point in my fitness, getting me (slowly) back into shape.
“…geben Sie mir ein Board, das quasi von allein surft, ja?!”
Nebenbei bessert sich irgendwann doch noch das Wetter und der beste Sommertag fällt auf ein Musikfestival und Sundown-mit-Ukulele und überhaupt allem, was sich nach Urlaub anfühlt.
Eventually, even the weather lightens up, just in time for new encounters and a rock festival. Not to mention the routine of sunset ukulele-concerts at the beach.
Evening Mood
Nach einer Woche Vieux-Boucau ist die Frage: wie weiter? Vielleicht ein oder zwei Nächte in Hendaye bleiben, noch mal einen anderen Strand surfen? Aber nur, wenn es dort schön ist.
Reaching the end of my scheduled time at Vieux-Boucau, I wonder where to go next. Perhaps Hendaye, having heard about surfing options? I decide to give it a try, under the condition that it feels right once I get there.
Checking out different options
Hendaye empfängt mich grau und ein bisschen öde. Der Campingplatz ist geschlossen, der Stellplatz nicht so strand-nah wie gedacht, und dann lasse ich mich auch noch von warnenden Netz-Kommentaren (Überfälle, ausgeraubte Camper, …) verunsichern. Vielleicht bin ich heute nicht gerade eine coole Camper-Vanlife-Ikone, aber insgesamt möchte ich mich wohlfühlen, wo und wie auch immer ich Hector parke.
Hendaye turns out slightly unattractive, hence I move on and get settled in San Sebastián instead.
Eine halbe Stunde später bin ich schon in Spanien. Hector parkt zunächst recht einsam hoch oberhalb des nördlichsten Strandes von Donastía San Sebastian, wird bis zur Dämmerung aber noch etliche Übernachtungs-Fahrzeuge um sich herum sammeln. Das gibt mir Zeit, die hübsche Stadt zu erkunden.
Donastía San Sebastian gets me right from the start. While Hector is fine on a parking high above the beach, I start to explore the city.
Donastia San Sebastian
San Sebastian ist wunderbar. Nicht immer fotogen, aber gut gelaunt. Eigenwillig und genussvoll. Spanisch und baskisch und auch ein bisschen international. Ich denke heimlich: Wo Menschen surfen, kann es nicht schlecht sein – und das färbt auf die gesamte Stadt ab, die vom Meer geprägt und von der Sonne geküsst ist.
There is no need to show off, it rather is a place for good mood, sun, sea and culture. Plus good food and wine, I understand San Sebastian is a melting pot that has all it takes for a good living, sports and surfing included.
In San Sebastian habe ich einen ganzen Tag ohne Regen gehabt, und jetzt setze ich noch einen drauf: Es geht in Richtung Wüste.
Now that I know how to spend a day without rain (thanks to Spain), I head on to even dryer places: Hector is up for a trip to the desert.
Offroad vehicle of the day
Der Stellplatz, der etwas außerhalb des Bardenas Reales Naturparks liegt, ist gut besucht und perfekt für einen Abstecher in die aufgegebenen Höhlenwohnungen. Die meisten Camper um mich herum sind Franzosen und sitzen abends zusammen wie die Siedler, die mit ihren Planwagen den Westen eroberten. Das führt zu einer angenehmen Abendstimmung und beschert mir viele Tipps – nicht zuletzt den, früh morgens zur Wüste aufzubrechen.
It starts well with umpteen campervans parked beneath ancient caverns. Modern alternative lifestyle meets leftovers from last century, or so it seems. Even before entering the natural resort of Bardenas Reales, I congratulate myself for being here, thanks to the particular setting.
(Halb-)Wüste
Eigentlich ist das hier nur eine Halbwüste, was auch immer das heißen mag. Hector findet, dass die Schotterpisten ihn zum Offroader adeln, und ich finde die Umgebung mit ihren bizarren Steinhaufen herrlich.
Hector adores the dirt roads when heading through the rough landscape. The early morning hours here are best, with moderate temperatures and deserted rocks.
Wüste ist zwar das Gegenteil von Surfen, aber irgendwie auch cool…
Derartig beflügelt wollen wir weiter, auf, zu was Großem.
We continue, following a “think big” idea of a kind…
…steht einfach so neben der Autobahn rum…
Der langgestreckte Aquädukt, den ich unterwegs passiere, steht völlig überraschend und ohne irgendeinen Hinweis in der Gegend herum. Mehr als ein schnelles Foto während der Fahrt ist nicht drin, denn mein Ziel liegt weiter im Norden.
The aqueduct I pass by is like a hint to my next destination. I manage to take a picture on my way to the North, closer to the French border.
auch groß: Canfranc Estación
Manchmal reicht ein Hinweis von Freunden oder ein Bild in einer Zeitschrift, und ich denke: wollen wir doch mal sehen, wie das in echt aussieht. Heute also Canfranc Estación und meine Erwartung eines „Lost Places“ mit einem beeindruckenden Bauwerk, das seit Jahrzehnten sanft vor sich hin modert.
Sometimes, a clue found in a magazine or the note from a friend is enough to create a spark of curiosity: I wonder how this might look in real life – and so I get to Canfranc Estación, expecting a lost place with a worn-out monument of a train station.
Tatsächlich ist die alte Bahnstation des Grenz-Bahnhofs seit gut einem Jahr ein Luxushotel. Mitten in den Pyrenäen, in einem eher winzigen Bergdorf gelegen, ist es wahrlich ein Hideaway. Fast so wie der hübsche Campingplatz in Boltaña, den ich am späten Nachmittag erreiche.
It turns out that my information is not as recent as I thought: Since about a year, the old train station of Canfranc comprises a luxury hotel. Situated in a small village high in the pyrenes, it is much of a hideaway! A bit like my next destination, a campsite in Boltaña.
Boltana – also a bit of a Hideaway
In nur 2,5 Tagen habe ich einen Blick auf Hendaye geworfen, San Sebastian erkundet, Felshöhlen besichtigt, bin durch die Wüste gefahren, einem unbekannten Viadukt gefolgt, habe das Canfranc Estación Luxushotel angesehen und wilde Kurvenstrecken bis in die Provinz Huesca / Aragonien zurückgelegt. Ich gönne mir einen Tag zum Durchschnaufen, dann kann es weiter gehen.
The last 2,5 days have been condensed with all kinds of places and impressions. I take the chance in the Huesca / Aragon region to get lazy and grounded.
Approaching Ainsa
Die Gegend hier ist traumhaft für Wanderungen aller Art, und vermutlich führt mich das eines Tages wieder hierher. Im Moment habe ich keine Lust, mit Hector 30 km Anfahrt zu einem Wanderparkplatz in Angriff zu nehmen – stattdessen laufe ich lieber nach Aínsa.
The landscape around Boltaña is wonderful for hiking and might attract me some more in upcoming years. For the time being, I feel more like having Hector at rest (instead of a drive to some hiker parking to get some of the super-sensational-routes started) and see what I can do in the area right before my door step.
bike statt hike bringt mich schneller ans Ziel
Es wird noch besser: der Wanderweg entlang des Flusses Ara heißt mein Faltrad herzlich willkommen, so dass ich viel zu früh für ein mögliches Mittagessen in Aínsas Altstadt ankomme.
There is a wandering path leading to Aínsa and it even turns out to be feasible by bike. Consequently, I arrive in the historic core of the town pretty early, which is fine by me.
Mein nächster Zwischenstopp in Camarasa ist weniger spannend, aber auch hier hat die Gegend ihren Reiz.
Camarasa, where I stop next, is less exciting. Still, it seems that all over Spain there is either landscape or historic cities to be detected – proved once more.
bei Camarasa
Leider ist der Fluss eher ein Angler-Paradis als badetauglich – zum Ausgleich kommt ein Regenguss vorbei, ich kann also umsonst und draußen duschen.
The only disappointment is for the focus on fishing rather than swimming: This is not tempting me to dive in…
Nach einer Woche Spanien, in der ich viel gesehen habe, geht es zurück nach Frankreich. Endlich kann ich wieder in ganzen Sätzen reden, und nebenbei habe ich den Atlantik gegen das Mittelmeer eingetauscht.
Finally, I come to think that a week in Spain is enough for this year. Getting back to France makes life so much easier, especially in communication (my Spanish is rather basic after all these years).
… und dann am Mittelmeer…
Bei Argelès-sur-Mer finde ich mit Glück auch ohne Reservierung einen schönen Platz für die nächsten Tage. Ich mag die Steilküste hier (same same, but different) und den Wanderweg nach Collioure.
Argelès-sur-Mer is no hidden gem anymore, but almost always fully-booked. Good vibes are with me when I manage to get one of the nice pitches with a view. With my homebase being set, I can lean back and enjoy all facets of the cliffy coastline: the small path leading to Collioure, the small bays for a swim and the constant lookout on the sea.
Küstenpfad nach Collioure
Wenig Regen trübt meine Tage, und im klaren Wasser der Buchten kommt mein Schnorchel zum Einsatz. Wie gut, dass ich meine Reise im Norden begonnen habe: je länger ich unterwegs bin, umso mehr genieße ich nun ruhige Tage mit wenig Ausflügen oder Erkundungen.
Even my snorkel gets unpacked, as I prefer to have a bit of action in between endless hours of sunbathing, reading or dreaming.
Mit viel Zufall lande ich als nächstes in Cassis. Und, eine weitere Sensation dieser Reise: in den Calanques.
Out of the blue, I get to Cassis next, accompanied by the Calanques. They turns out to be one of the sensations of this trip.
Die Wanderung auf dem Panoramaweg ist irrsinnig schön, der Kontrast aus hellen Felsen, grünen Bäumen und den Blautönen des Meeres wird hier von der Natur gefeiert, dass es seinesgleichen sucht.
I choose the panorama route among the offered hiking paths and find it amazing. I simply love the colours and the landscape I find myself in.
kein Wunder, dass alle davon schwärmen
Mein Timing ist exzellent, als ich lange vor der Mittagshitze und vor den späteren Menschenmassen fast allein in der schönsten Bucht liege. Und den Fischen im glasklaren Wasser zusehe. Und glücklich bin.
Time is on my side, thanks to an early alarm clock. Long before high noon and even before higher quantities of people get here, I lay down in the most beautiful bay. When I watch the fishes that dance around me, I think they look as happy as I feel.
Ab halb elf trudeln immer mehr Menschen ein, und ich ziehe weiter. Eine ganze Woche lang gibt es Strandurlaub satt mit Linda an der Côte d’Azur. Auch wenn der Campingplatz Camp du Domaine in Bormes-les-Mimosas stark nachgelassen hat, ist es doch herrlich, mit den Vorderrädern fast schon im Meer zu parken.
Time-out for paradise is half past ten – from there on, a steady stream of hikers plus uncounted kayaks shuffle in, changing the setup from magical to well, nice. Consequently, I move on, pick up Linda and spend a common week at Bormes-les-Mimosas with her.
Hector knows how to settle down on the Beach
Natürlich sind wir nicht nur faul, sondern auch hungrig. Und so genießen wir Dinner am Hafen und in der Altstadt, die (Ehrensache) ordentlich geblümt daherkommt.
The nearness to the beach strikes, so we ignore any other facet of the campsite Camp du Domaine. We soak in the sun and get refreshed in the sea, get used to find grains of sand almost everywhere and look at the old village of Bormes once in a while.
Bormes-les-Mimosas
Vor allem aber kosten wir das Sommerwetter und den Strand aus.
Still, the beach is clearly our main focus these days.
Als Linda den Heimflug antritt, drehe ich ab nach Norden. Die Provence, genauer: das Lubéron ist so schön, dass es neben mir noch viele andere hierher lockt. Zu viele, wie ich am ausgebuchten Campingplatz feststelle.
Once Linda has to leave, Hector’s nose turns North. The Lubéron as part of famous Provence is tempting with old cities and other attractions – unfortunately, I am by far not the only one getting here and looking for a pitch on the best campsite around Gordes.
Gordes: best to be explored in the Evening
Zum Glück liegt unterhalb von Gordes ein großer Parkplatz, auf dem ich in Hector übernachten kann. Es gelingt mir, das hübsche Bergdorf mit seiner Festung, vielen Restaurants und alten Häusern ausgiebig zu erkunden – und zwar immer dann, wenn gerade wenig los ist.
I trade my campsite-idea for a free parking and balance the holiday comfort with a fabulous dinner. With good food, wine and the pretty core of Gordes, I am more than happy with my choice.
In nur wenigen km Umkreis finden sich weitere Highlights: Lavendelfelder wie aus dem Bilderbuch, Ocker-Steinbrüche, Weingüter und das Städtchen Roussillon.
It turns out that the Lubéron has more to offer: lavender fields in full blossom, ocher quarries, vineyards and the red village of Roussillon.
Je weiter der Juni fortschreitet, umso voller und heißer wird es um mich herum. Ich beschließe, dass acht Wochen die perfekte Reisedauer sind, und mache mich langsam auf den Heimweg. Will ja nicht im ausgetrockneten Flussbett unter einer Brücke nächtigen, weil sonst nix frei ist…
Meanwhile, June counts up to higher season. I like encounters with other travellers, yet I am not keen on camping when it requires reservation days or weeks ahead. For eight weeks, travelling has been just great, but now I look forward to life in Munich.
somewhere between Gordes and Roussillon
Nach genau 56 Tagen und 6.393 km kommen wir wieder in München an. Hector hat unerwartet viele Weinflaschen aus Frankreich mitgebracht und natürlich auch jede Menge Sonne. Pünktlich zu unserer Ankunft beginnt ein wahrer Bilderbuch-Sommer in der Stadt – mal sehen, was für Verlockungen Hector und mir als nächstes ins Haus stehen. Für heute ist aber ganz egal, was noch kommt: die Grand Tour 2024 war traumhaft schön! Ob wir das toppen können? Wird die Zukunft zeigen…
Exactly 56 days and 6.393 km after my departure, I get back home. Unloading Hector reveals an unexpected quantity of wine bottles as well as sun & summer weather for the upcoming weeks. A good base for new challenges and expeditions…
Am Ende schaffe ich es doch noch auf den Wunsch-Campingplatz mit 25m-Traum-Pool. Ich kombiniere die Sommerhitze mit Sport, umgeben von anderen Campern, die genauso tiefen-entspannt sind wie ich.
Eventually, I make it to the desired campsite with 25m-piscine and further good vibes. Combining summer heat with some exercise, I enjoy 24 hours hanging around Hector and the pool.
Matching Conditions: Weather, Surrounding, Me
Bevor ich die Rückreise gen Norden antrete unterhalte ich mich mit dem Wohnwagen-Bewohner von nebenan. Er muss in einigen Tagen auch zurück, würde aber lieber noch länger unterwegs sein. Bei mir steht pünktlich zum Abschluss der 8. Reisewoche die Vorfreude an erster Stelle: ich freue mich auf mein Zuhause, mein normales Leben und meine Münchner Mitmenschen. Es ist der perfekte Umkehr-Punkt.
When packing up everything in my van, I chat with a camping neighbour: He will have to return in a couple of days, but does not feel like it yet. For me, approaching the end of my eighth week, I have just begun looking forward to get home. Being happy to get back to your regular life during the last two days of a trip is nothing less than a 100% perfect timing.
…and still, it is time to move on…
Nach einem belanglosen Zwischenstopp am Lac du Bourget überquere ich bei Genf die Grenze zur Schweiz. Vor 33 Jahren kam ich hier erstmals vorbei: Der Führerschein war rosa und druckfrisch, als ich mit einer Freundin zum ersten Campingurlaub meines Lebens fuhr. Damals war der Grenzübergang so schlecht beschildert, dass wir schließlich über die Taxispur des Genfer Flughafens nach Frankreich rüber machten… Inzwischen ist das bestimmt besser organisiert, oder?!?
My last overnight stop is at the Lac du Bourget, with a campsite at the shore of the lake. There is not much to report from here, so my thoughts meander back to former times… 33 years ago, with my driving licence freshly printed and signed, I went south, from Switzerland to France via the border at Geneva. With my driving experience still low and chaotic (if existing) street signs, I remember taking the taxi lane of Geneva airport, from where (miraculously) I reached France. By now, they should have arranged the highway border in a better way, right?!
letzter Zwischenstop: Bourget du Lac
Einen Stau später kann ich sagen: hoch lebe das Chaos. Sechs Spuren, Parkmöglichkeiten nur für beladene Trucks, alle anderen werden haltlos vorbeigeführt am Vignetten-Verkauf, am Zollbüro, in Schlangenlinien um verspiegelte Gebäude herum und zurück auf die Autobahn. Hier ist Improvisation gefragt: auf den allerletzten Metern stellt sich Hector auf eine Zoll-Durchsuchungsfläche, während ich im Zick-Zack durch 5 Fahrspuren in Richtung der verstreuten Bürogebäude sprinte.
A bit later, six mixed-up lanes, inaccessible parking areas and entire lack of coordination proves the Swiss guys less stiff than assumed. Still, I will need the Vignette (mandatory toll sticker) before Hector places his first tire on a Swiss highway, so I take the given circumstances as exciting challenge. Activating my never-used parkouring skills, I face the multiple lanes of traffic and set off for what seems to be the toll office.
…vergessen, Fotos von der Grenze zu machen. Dafür noch mehr Lac du Bourget: schöner, wenngleich langweiliger…
Natürlich probiere ich den online-Vignetten-Kauf, bin jedoch wenig überrascht, als der Vorgang nach Erfassung aller Daten im letzten Schritt abbricht. Passt ins Bild, irgendwie. Schließlich, eine halbe Stunde später, erstehe ich am einzigen besetzten Schalter doch noch das grüne Klebe-Quadrat, renne zurück zu Hector und reise die folgenden sechs Stunden legal durch die Schweiz. Unterwegs hänge ich meinen Gedanken nach und frage mich, was wohl passiert wäre, wenn ich was zu verzollen gehabt hätte. Siebzehneinhalb Flaschen Wein, beispielsweise.
After 30 minutes of useless trials (online acquisition included, yet successless), I finally hold the precious sticker in my hands and get back to Hector. Passing through this strange little country for hours (they found out about traffic jams and how to create more of them), I wonder what would have happened in case we had loaded goods to declare…
…hier ist auch viel weniger Verkehr…
Rein hypothetisch hätte die erste Weinkiste direkt an der Schiebetür gestanden. Dann die zwei Surfboards, dann eine weitere Weinkiste. Im Dielenschrank daneben, Tür auf, zack: ne Weinflasche. Im Bodenfach ein oder zwei weitere. Im Kühlschrank die halbe Flasche aus dem Restaurant in Gordes. Egal wo man hingeschaut hätte, überall wäre kostbarer Traubensaft gewesen. Und kein Zollbeamter weit und breit, wie stellen die sich das eigentlich vor? Ist ja auch egal: Mehr als vor den Zoll-Häuschen parken konnte ich wirklich nicht. Zudem ist meine Hypothese total unrealistisch, schließlich hab’ ich noch nie was geschmuggelt und die Surfboards sind so ausgiebig benutzt, die gelten nicht mehr.
Hypothetically, the first wine crate would have been right behind the sliding door. Then the two surfboards, then another wine crate. In the cupboard next to it: another bottle of wine. One or two more in the cellar. In the fridge, half a bottle from the Gordes restaurant. No matter in which corner, there would have been precious grape juice everywhere. And not a customs officer for miles around – how do they think that works? Never mind: I really couldn’t do more than park in front of the customs cabin. And anyway, my hypothesis is entirely unrealistic – after all, I have never smuggled anything, and as the surfboards are well used, they would be out of focus.
…dass die mich hier ohne Rentenbezüge überhaupt rein gelassen haben…
Am frühen Abend rollt Hector in München auf seinen Lieblings-Parkplatz und alles ist gut gegangen. Ganz wunderbar sogar – keine Panne, keine Probleme, höchstens gut dosierte Mikro-Abenteuer und viel Erholung.
Hours and hours later, Hector reaches Munich and his favourite parking position. All over Germany, France, Spain and Switzerland, it has worked out just perfectly. No serious problems, just happy little micro-adventures and recreation beyond limits.
improvisierter Mückenschutz heißt nicht, dass es kaputt wäre……also, noch nicht ganz…
Circa Ende August folgt der große Überblick: Die Tour von der Normandie bis Spanien, vom Mittelmeer bis hoch zur Schweizer Grenze (und weiter bis München). Ich freu mich schon darauf, alles noch einmal nachzuerleben.
The entire summary of the trip will be presented by end of August (hopefully). It will be wonderful to re-run it, draw the route and flip through some more pictures.
Nach den hellen Steinmauern von Gordes steht ein Farbwechsel an: die folgenden Tage sehe ich rot, weil rund um Roussillon roter Ocker dominiert.
After the bright stone walls of Gordes, I aim for a change of colour: the following days are all red, because of the red ochre dominating Roussillon.
all about ochre
Der nächstgelegene Campingplatz reicht bis in den lichten Wald hinein, wo durch die Bäume natürliche Ocker-Abbrüche durchschimmern. L’Arc en Ciel heißt die Anlage, also Regenbogen – keine Ahnung, wo die hier durch die Pinien hindurch noch Blick auf einen Regenbogen haben wollen. Ist auch egal, bei 30° und blauem Himmel regnet es gerade eh nicht.
The closest campsite extends into the sparse forest, where natural ochre shimmers through the trees. The site is called L’Arc en Ciel, meaning rainbow – no idea where they want to have a view of a rainbow through the pine trees here. It doesn’t matter anyway, with 30°C and blue skies.
Regenbogenhector (auch so ein Glücksbringer)
Mit dem Fahrrad ist es nicht weit bis zur Kleinstadt Roussillon. Wobei es eher ein Bergdorf ist: alles in rot, und gut auf Besucher eingerichtet.
The small town of Roussillon is only a short cycle ride away. It is more of a mountain village than a town, well prepared to give visitors a warm welcome.
Welcome to Roussillon
Vormittags kann man sehr entspannt durch die Gassen schlendern und in den kleinen Läden stöbern. Bei Marchand de Couleurs („Farbenhändler“ = prosaische Umschreibung für bemalte Teller, Schalen und Tassen) habe ich ganz sicher zu wenig eingekauft… Die junge Frau hinter der Kasse ist die Künstlerin selbst, die mit typischen Provence-Symbolen (aufgemaltem Lavendel, Mohnblumen, Oliven) wunderschöne Keramik macht, die überhaupt nicht kitschig wirkt. Auch die Galerien und Eisdielen laden alle paar Schritte zur Erkundung ein.
Morning hours are all relaxed, and so I stroll through the alleyways and browse in the little shops. I have certainly bought not enough of the beautiful plates at Marchand de Couleurs (“colour merchant” = prosaic description for painted plates, bowls and cups)… The young woman behind the till is the artist herself, producing beautiful ceramics with typical Provence symbols (painted lavender, poppies, etc.) far from looking cheesy. The galleries and ice cream parlours are tempting as well, with their products depending upon your budget.
Je weiter ich nach oben komme, umso massiver sind die Festungsmauern. Nach und nach vervielfältigen sich die angereisten Tourristen, vor allem amerikanische Reisegruppen finden es hier „awsome“. Gut, wenn man in dem Gewusel noch den Durchblick behält.
The higher I get, the more solid are the fortress-like walls. Meanwhile, more and more groups of tourists fill the streets, especially Americans that appreciate it all being “awesome”. After all, Roussillon is worth being explored and pictured.
sic
Roussillon geht liebevoll auf die Bedürfnisse der Besucher ein: für noch markantere Farben werden viele Häuser inzwischen nicht mehr mit natürlichem Ocker getüncht, sondern in satten Rot-Tönen angemalt. Noch charmanter finde ich, dass viele Restaurants schon ab halb zwölf Essen anbieten – irgendwie haben so alle was vom Tourismus.
The village responds positively to their visitors: satisfying the needs from abroad, they have started to paint the most prominent buildings in artificial (but nice) shades of red. And, meeting more physical needs, most restaurants offer food from 11:30h onwards, which I really appreciate.
paint it red
Natürlich liegt der Ursprung darin, dass es ein wirklich hübscher Ort ist – noch dazu in lieblicher Landschaft.
Of course, its origins lie in the fact that it really is a pretty village, booted in a lovely landscape.
…ist halt idyllisch, was will man machen
Im Norden von Roussillon liegt der weiße Kegel des Mont Ventoux. Sollte ich zur absoluten Nebensaison durch die Provence fahren, könnte ich da auch mal vorbei schauen…
In the far North, the white silhouette of Mont Ventoux is visible. I make a mental note to pass it by some time, whenever I might get to the Provence in very low season…
view on Mont Ventoux
Heute will ich gar nicht so weit weg, und vermutlich ist mein Faltrad für die Radstrecke auf den großen Berg suboptimal. Ganz abgesehen von der brennenden Sonne.
For the time being, I might not have the appropriate bike for the famous way up. Not to mention today’s sun and temperatures.
Tourist(i)en verdecken den Blick auf Mont Ventoux
Die Gegend hier ist nicht nur für Ocker, Oliven und olle Städte berühmt, sondern auch für Wein. Also fahre ich am Nachmittag zum nächstgelegenen Weingut. Von Roussillon aus ist es nur ein Katzensprung, noch dazu easy bergab. Kurz vor der Domaine de Tara liegt ein Lavendelfeld, als hätten sie es für Instagram designt. Hübsch ist das, und es duftet ganz wunderbar.
I take advantage of the high number of vineyards of this region. Consequently, I choose the nearest of it for a detour, realizing a bit too late that the descent to it will mean a good piece of work on my way back. However, the effort is all worth it – not only for the wine itself, but also for the picturesque lavender field close to Domaine de Tara. Not sure if they use it for advertising or for the harvest of it, but, of course, I ensure not to bend a single straw of the precious plants.
Nach meiner erfolgreichen Weinprobe genieße ich die schattige Ruhe am Campingplatz – und den kleinen Pool. Auch wenn ich hier eher zufällig gelandet bin, es lässt sich gut aushalten.
After my shopping success of the day (including good bottles of wine), I savour the shady forest and the pool at the campsite. I consider finding a quality place when just looking for “anything not fully booked” is among my travel talents.
inviting
Bevor ich abreise, kommt am nächsten Morgen eine Wildkatze vorbei. Auch wenn sie für ein Foto zu scheu ist, hinterlässt sie doch den Eindruck natürlicher Idylle. Anders verhält es sich mit dem Kloster Abbeye de Notre-Dame de Sénanque: das rege Klosterleben war einmal, heutzutage ist es vor allem ein Fotomotiv. Das geht so weit an meiner Erwartung vorbei (ernste Mönchen, gregorianische Gesänge), dass ich auf den Besuch verzichte. Vielleicht bin ich auch langsam reisemüde…
The next morning, I witness a wildcat during my first coffee. Too shy for pictures, but a good sign for the balanced coexistence of campers and nature. With that in mind, I might have too much of an expectation when it comes to the famous Abbeye de Notre-Dame de Sénanque. I had fancied grave monks and Gregorian chants, but find visiting hours and photoshop motives instead. Hence, I turn around right before the gate, wondering if I might get somewhat travel-tired by now…
Gordes ist die perfekte Französin: elegant, ohne angestrengt zu sein. Umringt von Bewunderern, ohne die Lässigkeit zu verlieren. Geschmackvoll, ohne zu übertreiben. Kurz: eines der schönsten Städtchen Frankreichs.
Gordes is like the perfect Frenchwoman: elegant without being strained. Surrounded by admirers without losing her nonchalance. Tasteful without overdoing it. In short: one of the most beautiful towns in France.
…ist wirklich so schön wie es aussieht
Ich hatte davon gelesen, in einem Provence-Krimi, der einiges weglässt und anderes hinzudichtet. Dann hatte ich einen Campingplatz gefunden, der einen 25m-Pool bietet. Jetzt bin ich hier, und natürlich kommt alles anders als gedacht.
I had read about it in a Provence thriller, omitting some things and adding others. Then I found a campsite with a 25 metre pool. Now I’m here, and of course everything turns out differently than expected.
… we will see how it will turn out …
Es ist Freitag, gerade habe ich Linda am Flughafen von Marseille abgesetzt, und der Verkehr ist zäh. Etwas erschöpft komme ich am Wunsch-Campingplatz an. Mitte Juni im Hinterland, weit weg vom Meer, da warten die bestimmt nur auf mich?! Zehn Minuten später weiß ich: das tun sie nicht.
It’s Friday, I have just dropped Linda off at Marseille airport and the traffic is heavy. Arriving somewhat exhausted at the campsite, I am convinced that in the hinterland, far from the sea, they’re probably just waiting for me, right? Ten minutes later I realise: No, they are not.
… und manchmal bleiben einem die Türen verschlossen
Zum Glück habe ich auf dem Hinweg an einem großen Schotterparkplatz passiert, auf dem bereits mehrere Reisemobile stehen. Mittendrin ist ein Stück Baumschatten gerade groß genug für Hector, das wäre geschafft. Kurzer Check, ob der Kühlschrank läuft – und alles auf Anfang. Ich parke insgesamt 7x um, bis ich ziemlich sicher bin, dass alles passt.
Fortunately, on the way there I passed a large gravel car park with several motorhomes. I get the last patch of tree shade, just big enough for Hector, so that’s that. A quick check to see if the fridge is running – and back to the start. I re-park a total of 7 times until I am almost sure that everything fits.
Hector = flexible as a campervan can be
Ich bin ein bisschen frustriert darüber, dass ich ungeplant frei stehe. Eigentlich wollte ich Campingplatz-Komfort nutzen, um Hector vom strandnahen 2-Ladys-Betrieb auf sandfreien 1-Personen-Alltag umzustellen – muss das halt warten. Zum Glück entschädigt mich der Radweg, der 2 km bergauf zum Ort führt. Auf halber Strecke ist der Blick auf Gordes fantastisch – und jegliches Fehlen von Geländer oder Sicherheit am frei abfallenden Felsen des Aussichtspunktes versöhnt mich noch mehr. Schön, wenn man Menschen zutraut, auf sich selbst aufzupassen.
I am a bit frustrated of the unwanted change of plans. I had counted on the campsite’s comfort, in order to re-arrange my living room from the 2-ladies-at-the-beach-mode to a sand-free single-person-full-luxury style, but it will have to wait. At least, the cycle path leading 2 kilometres uphill to the village makes up for it. Halfway along the road, the view on Gordes is fantastic – and the lack of railings on the free-falling cliff makes me even happier. I appreciate when people need to look after themselves, it feels like being treated like a reasonable, grown-up person.
on my way, with or without campsite
Gegen halb sechs übergibt der Nachmittag das Städtchen an den Abend: Noch haben die Geschäfte geöffnet und die Restaurants geschlossen, aber die Tagesgäste sind bereits weg. Die Gassen zwischen alten Gemäuern, das schattige Café zwischen Burg und Kirche: alles wirkt zugleich einladend und entspannt, keine Spur von Overtourism.
Exploring Gordes is best in the late afternoon or early evening: the shops are still open and the restaurants closed, but the masses of visitors have already left. The alleyways between the old walls, the shady café between fortress wall and church: everything is inviting and relaxed, with no trace of overtourism.
Ich beschließe, mir einen schönen Abend zu machen und nutze notwendige Einkäufe (immer und überall: lokale Köstlichkeiten mitnehmen) in einem der kleinen Läden, um vom Inhaber das beste Restaurant des Ortes zu erfahren: L’Outsider heißt das Lokal, liegt leicht versteckt in der Nähe des Kreisels, und bietet eine kleine Karte französischer Küche mit wechselnden regionalen Produkten.
I decide to have the most wonderful evening. While shopping some local delicacies (as I always do), I take advantage of it and ask the owner of a small shop about the best restaurant in town: Without hesitation, ha names L’Outsider: it offers a small menu of French cuisine with changing regional products and high quality.
L’Outsider
Als erstes fällt auf, wie hübsch es ist: eine lauschige Terrasse draußen, und im Inneren ein Gewölbe en miniature. Der Service ist herzlich und flink, die Weine wunderbar und die Karte zeichnet zuverlässig glutenfreie Speisen aus. Ich lehne mich zurück und genieße alles ausgiebig.
It is pretty already at first sight: a cosy terrace outside and a small, but light vault inside. The service is delightful and quick, the wines are tasty and the menu offers tempting choice, with roughly 2/3 of it gluten-free dishes. I lean back and savour everything to the full.
Später am Abend rolle ich aus Gordes heraus und bergab zu Hector. Nach dieser wundervollen Erfahrung (der alte Ort, das beste Restaurant…!) beschließe ich, einige Tage in der Gegend zwischen Gordes, Roussillon und dem Kloster Abbeye Notre-Dame de Sénanque zu bleiben. Dabei stöbere ich durch etliche kleine Läden, bunte Kirchen und abgelegene Gassen. Langsam verstehe ich, warum das Lubéron so viele Touristen anzieht, hier treffen Postkarten-Dörfer auf guten Wein, eingebettet in sonnen-verwöhnte Landschaft.
Later that evening, I roll out of Gordes and downhill to Hector. After this wonderful experience (the old town, the best restaurant…!), I decide to stay a few days in the area between Gordes, Roussillon and the Abbeye Notre-Dame de Sénanque. I stroll through a number of small shops, colourful churches and secluded alleyways. Little by little, I begin to understand why the Lubéron attracts so many tourists: here, picture-postcard villages meet good wine, nestled in a sun-drenched landscape.
Im L’Outsider esse ich noch ein weiteres Mal, und es ist mindestens noch mal so gut. Auch den großen Markt, der sich jeden Montag ab 8:00 Uhr durch den halben Ort erstreckt, nehme ich noch mit. Solange man vor 9:30h und nach 17:00h unterwegs ist, erlebt man Gordes von seinen schönsten Seiten. Zudem kann ich die Kommunen nur ermuntern, ausreichend Stellplätze (offiziell oder geduldet) zu errichten – jede gesparte Campingplatz-Gebühr investiere ich mehrfach in die örtlichen Cafés, Restaurants und Geschäfte. Gut, dass Hector ausreichend Stauraum hat für Oliven, Mandeln, Gewürze, Wein, Salami, Käse und vieles mehr.
I eat one more time at L’Outsider, at least as good again. I also take in the big market that runs through half the town every Monday morning. As long as you are out and about either before 9.30am or after 5pm, you can experience Gordes at its best. In addition, I can only encourage the local authorities to ensure enough campervan pitches (official or tolerated) – every camping fee saved, I hand several times over to local cafés, restaurants and shops. It is a good thing that Hector has plenty of storage space for olives, almonds, spices, wine, salami, cheese and much more.
Der Flughafen Marignane liegt westlich von Marseille und ist auf etwas so Wunderbares wie Hector nicht vorbereitet. Um Linda abzuholen, täuschen wir einen Tankstopp vor und fahren wenige Minuten später gratis wieder davon – Mission erfüllt, Crew verdoppelt.
Marseille Marignane airport, just as most airports, is not prepared to welcome a splendid van such as Hector. Parking is enabled for regular cars only, so we simulate a pit stop at the nearest fuel station until Linda hops on. With the crew now complete, we move on.
Me, picturing Linda’s Arrival
Unser Ziel ist die Côte d’Azur, genauer: Bormes-les-Mimosas. Vor 10 Jahren waren wir dort auf einem Campingplatz direkt am Strand, dazu haben wir Sonne bestellt, wird bestimmt toll, oder?!
Destination is a campsite that has been lovely 10 years ago, located right behind the beach, if not partly on the beach. We order sun and hope for the best.
Life could be worse
Zunächst ist alles wunderbar: wir stehen 15 Meter hinter dem Strand, haben bezaubernde Nachbarn und es regnet weniger als erwartet. Ein wenig haben sich die Dinge jedoch verschoben: früher war mehr Strand und weniger Unkraut – das Meer nagt am Sand und das Cost-Cutting an der Platzpflege. Macht nichts, wir haben dennoch wundervollen Meerblick mit Hector und Happy Hour bei Cocktails am Hafen.
It starts just great: Hector got a pitch 15 metres from the shore and next to wonderful neighbours. Furthermore, there is hardly a drop of rain so far. Still, some things have slightly changed: in former times, there had been more of a beach and less bad herbs – due to the sand-eating sea and a cost-cutting management of Camp du Domaine. We are fine either way, as we still have sea view at Hector and happy hour at the harbour.
Camping with a View
Schon unser zweiter Tag lädt ein zum Strand, in die Sonne, zum Baden. Nachdem ich vor einigen Wochen mit 13° Grad Wassertemperatur auskommen musste, sind die aktuellen 18-20 °C herrlich. Linda trainiert und schwimmt entlang der Küstenlinie den großen Fischen hinterher, während ich mit Kaffee und Yoga in den Tag starte.
Soon enough, the sun invites us to the beach, into the blue water. Having started with 13 °C water temperature, I appreciate the mild 18-20° of the mediterranean sea. Linda gets into steady training routine, following the fishes for kilometres, while I prefer coffee and yoga to start my day.
Somewhere out in the Blue: Linda and other beautiful fishes
Das Urlaubsfeeling trübt sich etwas ein, als seltsame Menschen auf den Platz neben uns ziehen. Hatten wir vorher etliche Meter Platz zu beiden Seiten, rücken uns die neuen Nachbarn auf 3 cm (sic!) auf die Pelle. Eine kurze Unterhaltung über Anstand und der Parkfläche vor der Schattenterrasse jeder Parzelle (also da, wo Hector steht), zeigt schnell: Wir werden viel Spaß haben…
Then suddenly, a shadow crawls on our Hector-paradise: strange people prefer to park their solid motorhome just an inch from Hector’s bumper. A short welcoming conversation reveals that we will have interesting days ahead, with the most intrusive nearness beyond choice. Such a pity that the charming British couple that used to stay here before had to give way to these new neighbours…
incredible
Wir gehen der aufgedrängten Nähe der Augsburger so weit wie möglich aus dem Weg, wissend, dass manches im Leben nicht lösbar ist. Immerhin komme ich nach ihrem Klassik-beschallten Frühstück endlich dazu, das neue Rock-Album von Bowmen zu hören. Hab die Nachbarn allerdings nicht gefragt, ob es ihnen so gut gefällt wie mir.
There are things in life that are worth fighting, things that may be improved – and people that are best to be ignored. At least, they motivate me (with their classic music all area breakfast) to listen to the new album of Bowmen, offering finest rock music on their “Mission IV” tracks on spotify. I just miss the chance to ask our Augsburg-neighbours if they like it as much as I do…
freudig die gute Gesellschaft genießen (und Störfaktoren ausblenden)
Viel schöner ist jedoch, dass wir mit Chris & Réné, unseren vorherigen Nachbarn, einen geselligen Abend verbringen. Die beiden versprühen Lebensfreude pur und haben noch dazu diesen britischen Charme, den ich so reizend finde. Wir hätten wirklich mehr als ein völlig überbelichtetes Bild von unserem Abend machen sollen…
Preferring good company, we are delighted when Christ & Réné, our former neighbours, invite us for drinks to their new pitch. We spend finest hours with a view, talking about life, family, music (their daughter being a great techno DJane => Bec) and everything. We are so busy enjoying good company, that we do not bother much about high-quality photos for proper documentation…
we look so much better in real life…
Den folgenden Tag nutzen wir, um mit den Falträdern „Harry & Meghan“ in den historischen Ortskern zu fahren. Gut, dass wir dabei rd. 300 Höhenmeter überwinden dürfen, das hilft meiner Sportlich-werdung enorm.
The following day is all about sightseeing: we take “Harry & Meghan” = my folded bikes and head for the historic village of Bormes-les-Mimosas. My fitness appreciates the 300 m altitude difference, getting me more and more into shape.
…no idea why they call it “the mimoses”…
Der Ort ist natürlich super-touristisch, wie alle hübschen Bergdörfer mit Meerblick. Zum Abend hin schließen fast alle Läden, aber wir entdecken rechtzeitig eine kleine Ausstellung. Die Künstlerin, Brigitte Schweitzer, führt uns durch die Räume und beantwortet gern Fragen rund um die Bilder, das Künstlerleben und mehr. Wenn meine Wohnung noch freie Wände hätte, würde ich sofort eins ihrer Werke kaufen: ich mag den Stil, die Techniken, die Motive und die Farben. Wie so oft bin ich zu schüchtern, um sie zu fragen, ob ich Fotos ihrer Ausstellung machen darf – denke ich doch immer, dass ein Bild von einem Bild nur ein Abklatsch sein kann.
The place is of course super-touristy, like all pretty mountain villages with sea views. When most of the shops close for the evening, we discover a small exhibition just in time. The artist Brigitte Schweitzer shows us around and gives some insights in her oeuvre. If I still had free walls at home, I would buy one of her works immediately: I like the style, the techniques, the motifs and the colours. As usual, I am too shy to ask her for permission to take pictures of the exhibition – something about an utter feeling unwanted reproduction of the real thing.
Bei “Lou Portaou” essen wir ganz wunderbar zu Abend, bevor wir uns von der Schwerkraft zurück zum Campingplatz tragen lassen. Zum Sonnenuntergang lockt der Strand, vor allem, wenn dabei eine Ukulele (ich) und guter Tee (Linda) im Spiel sind.
After a splendid dinner at “Lou Portaou”, we use gravity for our way back to the campsite. We love to end the day at the beach, some with a ukulele, some with a cup of tea – both with colourful sunsets.
Another Sunset
Unseren letzten Tag erweitern wir auf volle 27 Stunden: Wir ziehen um zum besten Strand-Stelllplatz überhaupt und kosten das aus bis kurz vor Lindas Abflug.
We stretch our last day to a mere 27 hours: changing to the best beach-pitch ever, we enjoy summer vibes all over.
Beach PitchSunrise Perspective
Der Tag gehört ganz uns und dem Strand, der Abend auch, eben Sommerurlaub satt. Als wir am Folgetag pünktlich um 10 Uhr den Stellplatz räumen, reisen wir nicht sofort ab: stattdessen verbummelt Hector versehentlich ein paar Stunden auf dem Check-In-Parkplatz, bis wir uns schließlich vom Meer lösen und eine weitere Runde um den Flughafen von Marseille drehen.
It is all about life at the beach: day, afternoon, evening, early morning, you name it. The next morning, we clear the space at 10 a.m. sharp, just to accidentally leave Hector for a couple of hours at the check-in parking. Eventually, we leave the sea behind (not the sand, available now all over the couch, the bed, the floor…) for a final tour to Marseille airport.
Wann immer ich erwähne, dass ich eventuell zu den Calanques komme, folgt: „Oh, die Calanques sind so schön!“ Es ist an der Zeit, dass ich mir das näher ansehe.
Having heard about the beauty of the Calanques every so often, I figure it is time to check it out myself.
Hiking Day
Das beste Timing entsteht halb zufällig (einen Tag vor Ankunft Linda), halb geplant (Wecker um 5:20h). In meinem kleinen Rucksack landet ein Strandtuch, ein Bikini, ein Thermobecher Kaffee, drei Liter Wasser und Proviant. Jetzt noch Wanderschuhe an und los.
Accidentally, this region is close to Marseille, and with Linda’s arrival scheduled for tomorrow, today is the day to go and see what this famous coastline is all about. Aiming to avoid the heat of the afternoon, I get up at 5:20 a.m. Enough time to prepare some picknick and a mug of coffee, before I put on my hiking shoes and head off to the Calanque’s hiking routes.
Sleepy Cassis
Cassis ist noch verschlafen, als ich von links oben nach rechts unten laufe. Die Schatten sind lang, doch die Hitze des Sommertages lässt sich schon erahnen. Nach rd. 45 Minuten erreiche ich das erste Ziel, das eigentlich Ausgangspunkt meiner Wanderung ist: Calanque de Port Miou.
I cross the town of Cassis, all calm and fresh. At 7:25 a.m., I reach the Calanque de Port Miou, my first destination and official start of the hike.
Port Mioufurther facets of Port Miou
Das Meer ragt weit ins Land hinein, gesäumt von schmalen Bootsliegeplätzen. Das Zusammenspiel von Felsen, Pinien und dem schimmernden Wasser ist malerisch.
The sea stretches into the land like long fingers of blue, the outcome being a long natural harbour. Like a small fjord, contrasting the shimmering water with rocks and pines.
tempting, perhaps…particular design in landscape
Der natürliche Hafen ist endlos und ich frage mich, was ich lieber hätte: einen Bootsplatz nah am Land, wo es sehr eng zugeht, oder einen hübscheren weit draußen (näher am echten Meer), zu dem man dann kilometerweit den Proviant, die Segelschuhe, Sonnenmilch, Bücher, Getränke, Eis, Bikinis, Handtücher und Schwimmflügel schleppt. Gut, dass ich mich nicht entscheiden muss – für heute reichen mir die Wanderwege im Calanque-Nationalpark. Im Hinterkopf merke ich vor, dass zur Yacht im Calanque-Hafen unbedingt ein Butler gehört.
The boats lined up are tempting, yet I think: I would rather like one of the places at the far end of the port, close to the open sea. But then, reaching the boat by the endless ponton path would be annoying (carrying drinks, sunscreen, snacks, books, bikinis, towels, …). Best to wait for the yacht until the funding of a butler is enabled.
boats, harbour, and more boats in a natural harbour…
Die Calanques sind so was die die Fjorde der Côte d’Azur: tief eingeschnittene Meeresbuchten zwischen felsigen Bergen. Entsprechend lang (entlang der Außenkanten) oder kurz (quer durch) sind die Wanderwege. Der Morgen ist noch frisch, so dass ich mich für den maximal-schönen Panoramaweg entscheide.
The deep and narrow bays of the Calanques come with two options for hikers: the long way, following the edge between land and see, or short cuts straight on. Being here for the beauty of the coast, I take the long way, making most of the early hours.
Wenn schon jenseits der Alpen, dann wandere ich am liebsten so: holprige Wege, umgeben von knall-blauem Meer, sandfarbenen Felsen und lichten Baumkronen, durch die das Sonnenlicht helle Punkte malt.
If not for Himalaya of Alps, this is the most wonderful alternative for hikers. Manifold shades of blue meet bright rocks, while rays of sun make it through the pines.
On my Way
Nächster Stop ist die Calanque de Port Pin, eine schattige Strandbucht, die um Viertel nach 7 herrlich leer ist. Entsprechend schwierig ist die Suche nach einem guten Fotografen.
Next stop is the Calanque de Port Pin, a tiny beach bay covered in pine forest. A quarter past seven, charming and void, but hard to get a good photographer.
Calanque de Port Pin……and somebody (me) looking like the local park ranger
Der Weg wird steiniger und schwieriger. Ich mag das und bin froh um die Wanderschuhe an meinen Füßen. Der Wald gibt Schatten, und das Meer leuchtet verlockend in hellen und dunklen Blautönen. Ohne die Höhe und die schroffen Felsen wäre es nur hübsch, alles zusammen ist schön.
From here on, the route gets rough. I like the rocky paths, especially with solid hiking shoes at my feet. The landscape is worth to be explored by foot, with the height of the cliffs turning it from nice into beautiful.
Finest Calanque Hikingabove Calanque d’En Vau
Schon bald blicke ich von oben auf das Wasser der Calanque d’En Vau. Der Weg gilt als schwierig und mühsam, das Gegenteil eines Familienspaziergangs. Über die Außenkanten der Bucht kommend muss ich noch einen Bogen schlagen, so dass es eine Stunde dauert, bis ich schließlich die großen Felsstufen hinabsteige und wieder auf Meeresspiegel-Niveau ankomme.
Like a sneak preview, the route offers lookouts down to the Calanque d’En Vau. The paths are well-marked, yet stony and with some kilometres of distance. From here, it takes a good hour before rocky stairs lead down to sea level.
almost there
Auf den letzten Metern weitet sich die Schlucht und gibt den Weg frei zur schmalen Kiesbucht.
The small canyon finally opens up to a small beach: my place to be for breakfast.
…and then…
Weiter draußen liegt ein kleiner Katamaran, in der Bucht selbst befindet sich morgens um halb zehn nur eine Handvoll Menschen. Zwischen den Felswänden liegt das Wasser, als hätte es jemand hingemalt.
Out in the water lies a small catamaran, a hand full of people hangs around on the beach, and all the rest is nature and beauty.
destination of the day
Boote jeder Art müssen vor der Zufahrt zur Calanque kehrt machen, nur Kajaks können in die Buchten hineinfahren. Später, wenn die Sonne brennt und die Menschen ausgeschlafen sind, wird das recht wuselig. Jetzt, um halb zehn, ist alles verzaubert und still.
Boats of all kinds have to stay out of the bays, the only way in from the sea is by small canoes or by swimming. Later, when the afternoon sun burns down, dozens of canoes may populate the scene, but now, around 9:30h, it feels like paradise.
Joy
Ich schwimme und bewundere die Fische unter mir. Das Wasser ist geradezu irrsinnig klar, die Welt traumhaft schön. Die Sonne ist noch mild, so dass ich in der Sonne mein Frühstück genieße, bevor ich eine zweite Runde baden gehe. Weiter draußen machen sich zwei Kletterer daran, die Felswand empor zu steigen.
I swim along with fishes of all colours and size. The water seems surreal, clear as water can be. I enjoy breakfast in the mild morning sun, then take another dive in the sea. At the far end, two climbers begin their way straight up the cliff.
Hikers in Calanque d’En Vau
Ich könnte sie beneiden, wäre ich nicht selbst so glücklich damit, jetzt hier zu sein. Egal, ob Kajak oder Klettern, Wandern oder Schnorcheln, Schwimmen oder Genießen – morgens in den Calanques ist alles genau richtig.
I would envy them, if not for being all at ease with being here now. It does not matter if you climb or hike, snorkel or swim – being in the Calanques during morning hours is just perfect, no matter what you make out of it.
more beauty than a regular picture can take in
Als die Sonne heißer wird, kommen von allen Seiten mehr Menschen: Touri-Boote klappern die Buchten ab, Gruppen von Miet-Kajaks stürmen den Strand, und mehrere Dutzend Wanderer kommen von der Landseite. Das ist sie also, die Vertreibung aus dem Paradies.
An hour later, the sun and heat turn up their intensity. By now, more and more people rush in: touristic boats pass by on the sea side, while dozens of hikers make their way from the inland. Time to leave…
Ich wollte sowieso gerade gehen… Der Rückweg gelingt auf der kürzesten der möglichen Wanderrouten in Rekordzeit, so dass ich bereits eine gute Stunde später im Hafen von Cassis ankomme. Von der Stille des Morgens ist nichts mehr übrig, überall ist es nun heiß und voll. Was für ein Glück, dass ich so einen wunderbaren Vormittag hatte! Und dabei kann ich noch gar nicht ahnen, dass es morgen regnet.
I take a short cut back to Calanque de Port Pin, then Calanque de Port Miou, and arrive at Cassis Port around noon. The enchanting hours have turned into a typical day at the Côte d’Azur: hot and crowded. I congratulate myself for the most wonderful morning tour – perfect timing, even before I will face a rainy day tomorrow.
…and then, out of the blue, I end up in Cassis (things could be worse)
Über die Hälfte einer Reise entsteht zufällig: Aus der passenden Entfernung zwischen zwei Punkten entstehen neue Ziele, Empfehlungen anderer Camper wecken meine Neugier und dann höre ich, dass der Hafen von Cassis schön sein soll. Am besten, mit einem Glas Wein in der Hand und der Sonne tief über dem Meer.
Half of a trip develops by chance: based on a random point between two destinations, driven by recommendations or due to a friend, telling me about Cassis being the right place for a glass of wine.
It surely is a famous spot with so many others that aim to get on my picture…
Am Rand von Cassis liegt Camping des Cigales, meist als sehr einfach, wenig-empfehlenswert kommentiert. Umso mehr bin ich positiv überrascht: Auch wenn die Sanitär-Anlagen fast schon historischen Wert haben – sie werden 2x täglich gereinigt, die Bepflanzung ist top gepflegt und die fehlende Reservierungs-Möglichkeit ist eher Bonus als Nachteil.
At the edge of Cassis lies Camping des Cigales, often commented as very (very) basic. To me, it comes as positive surprise: the sanitary facilities may be old (almost historic), yet they are cleaned thoroughly twice a day. Light plants among the pitches are well-maintained and the refusal of reservations may be more of a bonus than anything else.
Füllt sich jeden Tag auf’s Neue: Cassis Hafen (gilt auch für den Campingplatz)
Direkt vom Campingplatz aus fährt ein Linienbus nach links in Richtung Marseille oder nach rechts zum Hafen von Cassis. Wer sich für sportlich hält, läuft natürlich – hin (bergab) wie zurück (bergauf, sehr ordentlich bergauf).
A regular bus brings you either to Marseille or to Cassis downtown. The latter being true in the most literal way, as the harbour does not only mark the centre, but is located down at sea level.
Einziges Manko des Hafens: Tiefster Punkt von Cassis. Ähnliches gilt für Camping Cigales, nur umgekehrt…
Im Hafenbecken tummeln sich Fischerboote und kleine Touristen-Schipper, dazwischen liegen private Segelyachten und Motorboote. Ich bin sehr zufrieden, dass ich der freundschaftlichen Empfehlung gefolgt bin. Das Fischrestaurant ist zwar eher teuer als gut, aber der Ort selbst, der Sonnenuntergang und das Mittelmeer-Feeling machen das mehr als wett.
The docks are full of small boats and yachts, more for the joy than for ostentation. While sipping my wine, I am happy to have followed the friend’s tip. The fish restaurant turns out to have higher prices than taste, yet the all-over setting is pretty nice. Cassis, sunset and the summer vibes down to the sea prove the qualities of the Côte d’Azur.
Nice Perspectives
Tagsüber ist es hier sicher heiß und voll, aber die abendliche Stimmung ist wundervoll. Und doch: für heute lasse ich die kleinen Strände und Hafen-Buchten hinter mir. Der Anstieg zum Campingplatz trainiert und macht wohlig-müde – beste Vorbereitung für den kommenden Tag!
I assume summer days hot and crowded, while evenings are peaceful and relaxed. I soak in the atmosphere before I turn back to Hector. The steep way up to the campsite makes me tired and well-trained, both suiting tomorrow’s plans perfectly well.